Prozess gegen Kapitän der „Costa-Concordia“ beginnt am 9. Juli

Der Kapitän des im Jänner 2012 vor der toskanischen Küste havarierten Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ muss sich im Juli vor Gericht verantworten.

Grosseto - Der Prozess gegen Francesco Schettino soll am 9. Juli beginnen, beschloss ein Gericht in Grosseto am Mittwoch. Dem Kapitän wird fahrlässige Tötung und Körperverletzung sowie Havarie und das frühzeitiges Verlassen des Kreuzfahrtschiffes vorgeworfen.

Laut dem Oberstaatsanwalt Francesco Verusio drohen ihm bis zu 20 Jahren Haft. Schettino wolle kein verkürztes Verfahren für sich beantragen, berichtete sein Anwalt Francesco Pepe. Die Anklagebehörde hat sich mit weiteren fünf Beschuldigten auf Verhandlungen über das Strafmaß verständigt.

Richter Pietro Molino muss noch über einen Antrag Schettinos für eine neue Beweisaufnahme entscheiden. Wird dem Ansinnen stattgegeben, würde das einen Prozess zur Aufarbeitung der Schiffskatastrophe vom Jänner 2012 weiter verzögern.

Schettinos Anwalt bezog sich in seiner Forderung nach einer ergänzenden Beweisaufnahme auf Probleme mit den Schotten des Schiffs und dem Notgenerator. Außerdem soll der Steuermann kurz vor der Havarie Fehler gemacht haben.

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32 Tote, 77 Österreicher überlebten

Die „Costa Concordia“ hatte am 13. Jänner 2012 mit mehr als 4200 Menschen an Bord einen Felsen vor der Insel Giglio gerammt und war auf Grund gelaufen. Dabei starben 32 Menschen. An Bord befanden sich 77 Österreicher, die alle überlebten. Die Reederei Costa Crociere hat seine Mitverantwortung anerkannt, da mehrere Angestellte des Unternehmens für das Unglück verantwortlich gemacht werden. Costa Crociere gehört zum US-Kreuzfahrtriesen Carnival.


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