Hotel-Wintergarten sorgt für unterkühlte Stimmung

Einem Wintergarten in Mayrhofen fehlt die Baugenehmigung. Über das Warum haben Gemeinde und Bauherr unterschiedliche Ansichten.

Von Angela Dähling

Mayrhofen –Sein oder Nichtsein, das ist die Frage für einen Wintergarten, der vor zweieinhalb Jahren vor dem Sporthotel Manni in der Mayrhofner Hauptstraße errichtet wurde. Wie lange in dem gläsernen Bauwerk noch Gäste bewirtet werden können, ist unklar. Wurde es doch ohne Baugenehmigung errichtet.

Er habe den damaligen Bauamtsleiter vor Errichtung gefragt, ob er eine Baugenehmigung benötige – und dieser habe ihm mitgeteilt, eine Bauanzeige reiche, behauptet der Bauherr Hotelier Manfred Mannlicher. „Ansonsten hätte ich das nie gebaut! Außerdem hat das Bäckereigeschäft daneben schon viel früher eine Glasdachkonstruktion mit derselben Baufluchtlinie gebaut – auch nur mit Bauanzeige.“ Der ehemalige Bauamtsleiter Paul Steger hat eine andere Erinnerung an das Gespräch. „Ich sagte ihm, dass die Aussichten für eine Baugenehmigung schlecht stehen. Er wollte daher versuchshalber eine Bauanzeige machen und schauen, wie die Gemeinde reagiert“, schildert Steger.

Die Bauanzeige ging allerdings erst nach Errichtung des Wintergartens bei der Gemeinde ein. Es folgten verschiedene formale Maßnahmen, durch die dem Hotelier u. a. mitgeteilt wurde, es brauche eine Bauverhandlung. Beide Seiten hofften, ohne großes Aufheben eine Lösung zu finden. „Wenn ich gewusst hätte, es braucht eine Bauverhandlung, hätte ich für die paar Plätze aus dem bisherigen offenen Podest keinen Wintergarten gemacht“, sagt Mannlicher.

„Er sagte mehrfach, er wolle den Wintergarten wieder abbauen, wenn es Komplikationen gibt. Passiert ist das aber nie“, erklärt Bürgermeister Günter Fankhauser. Der Wintergarten steht auf eigenem Grund des Hoteliers. Allerdings sei der Gehsteig nun zu schmal und das Ganze dem Ortsbild nicht zuträglich, lauten die Bedenken. Der Vergleich mit der Glasdachkonstruktion der benachbarten Bäckerei hinke. „Denn das ist eine offene Bauweise, wo man unter den Säulen durchgehen kann“, erklärt der Gemeindechef.

Der Hotelier stellt die Entfernung des Wintergartens nun neuerlich in Aussicht – sofern ihm bei einem anderen Bauvorhaben nicht mutwillig Steine in den Weg gelegt werden. Dabei geht es um den Umbau des neben dem Hotel gelegenen Hauses. Unter anderem ist eine Aufstockung geplant, wodurch es genauso hoch wie das Hotel werden würde.

Laut geltender Tiroler Bauordnung sei das Projekt so nicht umsetzbar, behauptet der Bürgermeister. Man wolle nun im Gemeinderat einen Bebauungsplan für die betroffene Straßenseite samt dahinterliegender Häuser bis zur Kreuzung Scheulingstraße erlassen. Wie der aussieht, steht noch nicht fest. Mannlicher fürchtet, zu seinen Ungunsten. „Wenn auf dieser Straßenseite nicht so hoch gebaut werden darf wie auf der gegenüberliegenden, widerspricht das dem Gleichheitsgrundsatz“, sagt er und fügt an, dass er dann den Rechtsweg beschreiten wolle.


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