Offshore-Leaks: RBI-Chef Stepic scheint in Datenbank auf

In den Offshore Leaks taucht erstmals der Name eines heimischen Top-Bankers auf. Der Chef der Raiffeisen Bank International, Herbert Stepic, bestätigte Berechtigter von zwei Briefkastenfirmen zu sein.

Wien - Der Chef der börsenotierten Raiffeisen Bank International (RBI), Herbert Stepic, befindet sich in der „Offshore-Leaks“-Datenbank mit Angaben über weltweite angebliche Steuerflüchtlinge, berichtet das Nachrichtenmagazin „News“ in seiner aktuellen Ausgabe. Stepic bestätigte gegenüber dem Magazin Berechtigter der Briefkastenfirmen „Yatsenko International Limited“ und „Takego Holdings Limited“ zu sein. „Yatsenko“ war via Briefkasten auf den British Virgin Islands erreichbar, die „Takego“ wurde in Hongkong gegründet.

„Die Ihnen vorliegenden Informationen sind grundsätzlich zutreffend“, bestätigte der Raiffeisen-Banker. Über diese „Projektgesellschaften“ habe er drei Wohnungen in Singapur erworben, die Finanzierung des Investments sei mit „in Österreich versteuerten Einkünften“ erfolgt. Seinen Aufsichtsrat und die Finanzmarktaufsicht habe er aber darüber nicht informiert. „Wichtig ist mir aber festzuhalten, dass es sich bei den genannten Firmen nicht um Offshore-Konstruktionen handelt“, betonte Stepic.

Der RBI-Chef verteidigte seine Vorgangsweise gegenüber „News“: „Das Produkt wurde in dieser Form von der UBS als Standardprodukt angeboten, um Käufern die gebotene Privatsphäre zu bewahren, was durch die aktuelle Anfrage allerdings ad absurdum geführt wird.“

Auf die Frage, ob er Erträge aus dem Verkauf einer der Wohnungen in Österreich versteuert habe, sagt Stepic gegenüber dem Magazin, dass er „stets nach den steuerlichen Vorschriften gehandelt“ habe.

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Laut Medienberichten befinden sich in der „Offshore-Leaks“-Datenbank mehr als zwei Millionen Dokumente. Seit Anfang April präsentieren Medien aus 46 Ländern ihre Ergebnisse aus der Analyse der Dokumente in denen 130.000 Personen aus mehr als 170 Ländern aufgelistet werden. Die Daten stammen von zwei Firmen, die auf die Errichtung von Offshore-Gesellschaften spezialisiert sind.

Beim Projekt „Offshore Leaks“ ist seit Ende April auch das österreichische Magazin „News“ mit von der Partie. Das Magazin ist Medienpartner des „International Consortium of Investigative Journalists (IJIC). Laut „News“ befinden sich „zahlreiche Österreicher und heimische Firmen“ in der Datenbank. (APA)


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