Vorteil FC Wacker im Abstiegskampf

Nach dem mit Leidenschaft und Kampfgeist erzwungenen 2:1-Heimerfolg gegen Sturm Graz blickt man beim FC Wacker zumindest etwas entspannter dem letzten Saisonspiel am Sonntag in Wolfsberg entgegen.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Ein Schuss, das entscheidende Tor und im Tivoli gab es kein Halten mehr – der in der 91. Minute durch Christopher Wernitznig fixierte 2:1-Heimerfolg gegen Sturm im vorletzten Saisonspiel wurde wie ein Meistertitel gefeiert. Dabei ist der Klassenerhalt der Schwarzgrünen immer noch nicht gesichert. Aber die Ausgangslage im nervenaufreibenden Vierkampf hat sich doch deutlich gebessert. „Wir haben es jetzt selbst in der Hand und das ist schon ein deutlich besseres Gefühl, als nur auf die anderen angewiesen zu sein“, weiß Lukas Hinterseer nur zu gut, wie wichtig diese drei Punkte waren. Der Kitzbüheler sorgte mit dem Ausgleich für die Wende, den finalen Jubel erlebte er auf der Bank. „Mir fehlen noch zwei, drei Kilo, hundertprozentig bei Kräften bin ich noch nicht ganz. Aber für 70 Minuten hat es gereicht“, erklärt der 22-Jährige, der für Wolfsberg nur ein Motto kennt: „Mit der gleichen Leidenschaft auftreten, gewinnen, dann können die anderen machen, was sie wollen.“

Das ist eine Ansage, ganz im Sinn von Roland Kirchler. Der Wacker-Coach verzichtete auch nach dem Sieg gegen Sturm auf diverse Rechenspiele: „Weil es bei dieser Konstellation nichts bringt. Eigentlich wieder alles möglich ist. Es kann in der letzten Runde die rote Laterne praktisch im Zehnminutentakt irgendwo anders hängen.“ Was Kirchler freilich einmal mehr optimistisch stimmt? „Der Auftritt meiner Mannschaft. Großartig, mit welcher Leidenschaft sie sich selbst aus dem Dreck gezogen hat – und natürlich die Tatsache, dass wir es aus eigener Kraft schaffen können.“ Wie war die Stimmung in der Kabine nach dem 0:1-Rückstand unmittelbar vor dem Pausenpfiff? „Freilich gedämpft. Aber bevor wir sie wieder aufgebaut haben, ließ ich Musik spielen. Damit die Köpfe frei werden. Dann habe ich ihnen eingebläut, dass wir nur gewinnen können, wenn wir weiter so Druck machen. Sogar die Tore hab’ ich vorhergesagt“, schmunzelt Kirchler im Rückblick. Richtig Nerven hat ihm nicht so sehr der Spielverlauf, sondern einmal mehr die Schiedsrichter gekostet. „Wenn es im Spiel richtig eng wird, werde ich eher ruhiger, aber Fehlentscheidungen bringen mich einfach immer wieder auf die Palme“, so der Wacker-Coach, der neben der Vorbereitung auf das spannende Saisonfinale auch die Zukunftsplanung als Sportdirektor in diesen Tagen zu bewerkstelligen hat: „Zurzeit ist das ein 18-Stunden-Job. Aber so wie es läuft, wie sich etwas entwickeln könnte, taugt’s mir ja. Aber auf Dauer ist das kein Zustand.“

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