Am Anfang waren es nur vier

Vor 100 Jahren wurde mit der Eibergstraße eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Tirols freigegeben. Aus den vier Pkw bei der Eröffnung wurden bis zu 30.000 täglich.

Von Wolfgang Otter

Schwoich, Kufstein –Es regnete wie aus Kübeln, als sich im Jahre 1913 ganze vier Autos auf den Weg machten, um auf der zuvor neu eröffneten rund zehn Kilometer langen Eibergstraße – der heutigen B 173 – von Kufstein nach Söll zu fahren. Den umgekehrten Weg fuhren gestern, zwar nicht bei Regen, aber dafür bei eisiger Kälte, in Oldtimer-Fahrzeugen die zahlreichen Ehrengäste zu einem großen Fest: Die Gemeinde Schwoich und das Land Tirol feierten bei der Ortseinfahrt von Schwoich den Hunderter der B 173 .

„Das ist selten, dass der Geburtstag einer Straße gefeiert wird“, meinte der langjährige LH-Stellvertreter Anton Steixner, der sich in seiner Ansprache launig für die Einladung eines „Altbauern“ bedankte, da er am Vortag aus der Landesregierung ausgeschieden ist. Auch wenn es oft Kritik an Straßen gebe, die Verbindung sei wichtig für den Tourismus und die Betriebe, unterstrich Steixner.

Aus den anfänglich vier Fahrzeugen im Jahre 1913 wurden im Laufe der vergangenen hundert Jahre zwischen 11.000 an normalen Tagen und 30.000 Autos zu Spitzenzeiten im Winter. Zahlen, die die Bedeutung des Tors in den Süden hervorheben und letztlich auch einer der Auslöser für das große Jubiläumsfest waren.

Es war der Mut der damaligen Verantwortlichen, des so genannten „Konkurrenzausschusses“, der letztlich den Bau der Straße ermöglichte, wie von Erwin Obermaier, Chef des Baubezirks­amtes Kufstein, und Josef Dillersberger, Bürgermeister von Schwoich, erzählt wurde. Aber es steckte auch eine ordentliche Portion technischer Aufwand und Pioniergeist dahinter, um die Straße in drei Jahren zu bauen. Darüber ist in Hans Treichls 110 Seiten starker Jubiläumschronik zu lesen, die gestern bei den Feiernden im Mittelpunkt stand. Viele Geschichten hatte er, unterstützt durch Material von Hans Steinbacher, dessen Vater am Bau beteiligt war, festgehalten. Darunter auch jene vom Modezaren Rudolph Moshammer, der in den Neunzigerjahren auf der B 173 verunglückte und daraufhin mit seiner Klage gegen die Republik die Straße europaweit in die Medien brachte.

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Am Ende der Feier gab es gestern nicht nur Stimmung im Festzelt, sondern auch ein Versprechen von BBA-Chef Erwin Obermaier: „Wir von der Landesstraßenverwaltung werden weiterhin alles tun, damit diese wichtige Verkehrsverbindung immer verkehrssicher bleibt.“


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