Ruby sagte als Zeugin bei Prozess gegen Berlusconi-Vertraute aus

Die Nachtclubtänzerin wurde vom Mailänder Staatsanwalt Antonio Sangermano bei einem Verfahren gegen drei Vertrauensleute Silvio Berlusconis befragt, die in Zusammenhang mit dem sogenannten Fall Ruby wegen Beihilfe zur Prostitution vor Gericht stehen.

Mailand – Die junge Ex-Nachtclubtänzerin Karima el Marough alias „Ruby Herzensbrecherin“, die im Mittelpunkt eines Prozesses gegen den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi steht, hat am Freitag als Zeugin der Verteidigung vor Gericht ausgesagt. Sie wurde vom Mailänder Staatsanwalt Antonio Sangermano bei einem Verfahren gegen drei Vertrauensleute Berlusconis befragt, die in Zusammenhang mit dem sogenannten Fall Ruby wegen Beihilfe zur Prostitution vor Gericht stehen.

Die 20-jährige Ruby, die in Begleitung ihres Lebensgefährten Luca Rizzo erschien, antwortete oft vage auf Fragen darüber, ob sie in einem Zimmer allein in der Luxusvilla Berlusconis in Arcore bei Mailand übernachtet hatte. Auf Fragen des Ermittlers antwortete Ruby, sie könne sich an gewisse Umstände nicht mehr erinnern. Zu Berlusconi sei sie vom Starjournalisten Emilio Fede begleitet worden, einem engen Vertrauten des Medienunternehmers, den sie bei einem Schönheitswettbewerb auf Sizilien kennengelernt hatte.

Berlusconi ist angeklagt, weil er mit der Marokkanerin Sex gehabt haben soll, als diese noch minderjährig war. Der 76-Jährige soll zudem seine Beziehungen genutzt haben, damit die Polizei sie nach einer Festnahme wegen Diebstahls im Jahr 2010 freilässt. Staatsanwältin Ilda Boccassini hatte vor zwei Wochen für Berlusconi eine sechsjährige Haftstrafe und den lebenslangen Ausschluss aus allen öffentlichen Ämtern gefordert. Ruby hatte bisher stets eine sexuelle Beziehung zu Berlusconi bestritten. Sie habe lediglich Geld und Geschenke von ihm angenommen.

Berlusconi muss sich seit April 2011 wegen der mutmaßlichen Affäre mit Ruby vor Gericht verantworten. Boccassini wirft der Verteidigung des Medienmoguls vor, mit Ablenkungsmanövern das Urteil herauszuzögern. Mit einem Urteil im Prozess ist am 24. Juni zu rechnen. (APA)


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