Rätselraten mit Dante in Florenz

Florenz – Wumms! Das ist ein Auftakt: Robert Langdon, der Harvard-Professor, wacht in einer Klinik auf, einen Verband um den Kopf, es wird I...

Florenz –Wumms! Das ist ein Auftakt: Robert Langdon, der Harvard-Professor, wacht in einer Klinik auf, einen Verband um den Kopf, es wird Italienisch gesprochen. Und er selbst hat keinen blassen Dunst, was geschehen ist. Wie durch einen Nebel sieht er schemenhaft Bilder von einer weißhaarigen Frau, einem roten Fluss, vielen Leichen ...

Langsam lichten sich die Schleier und der „Sakrileg“-Erfahrene Langdon findet sich in einer spannenden Schnitzeljagd wieder, die ihn zuerst quer durch Florenz, dann weiter Richtung Osten führt. Der Kunstgeschichte-Professor findet ein Ende des Fadens, der ihn zur Lösung des Rätsels führen wird – Dante Alighieri und seine „Göttliche Komödie“. Darin sei der Schlüssel zu finden, in der allegorischen Wanderung des Dichters durch die Hölle (inferno, auf das sich der Buchtitel bezieht), um von dort erst durch das Fegefeuer in das Paradies zu gelangen.

Der Einsatz bei diesem temporeichen Rate­spiel ist einmal mehr (nicht weniger als) die Zukunft der Menschheit – konkret: der Weg, um die Überbevölkerung und die damit verbundenen Probleme in den Griff zu bekommen.

Mit Inferno liefert Dan Brown, was wir von ihm erwarten: ein temporeiches Abenteuer mit vielen Symbolen und durchaus anspruchsvollen Rätseln, die einen zum Mitdenken auffordern. Diese Auf­gabe ist bestens erfüllt – und man darf sich bald auf die Verfilmung (erneut mit Tom Hanks?) freuen. Jedenfalls war es auch wieder ein guter Anlass, im großen Werk des italienischen Nationaldichters zu blättern. (cjw)

Dan Brown, Inferno. Aus dem Amerikanischen von Axel Merz und Rainer Schumacher. Bastei Lübbe 2013, 685 S., 26 Euro.


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