Zufrieden mit Lohn: Wirbel um Studie

Als „völlig realitätsfern“ kritisiert die SPÖ eine Studie der WK, wonach 62 % der Tiroler mit Löhnen zufrieden sind. Bodenseer kontert. Zangerl will „Schieflagen stoppen“.

Innsbruck –Diese Zahlen ließen am Freitag die Emotionen hochkochen: Wie exklusiv berichtet, ergab eine Studie des Imad-Instituts im Auftrag der Wirtschaftskammer Tirol (WK) eine hohe Zufriedenheit der Tiroler mit Einkommen, Arbeit und Wohnen. 62 % sind demnach mit ihrer Gage zufrieden, obwohl Tirol bei den Löhnen auf dem letzten Platz im Bundesländerranking liegt.

SP-Klubobmann LA Gerhard Reheis und SP-Sozialsprecherin Gabi Schiessling zeigten sich verärgert. WK-Präsident Jürgen Bodenseer wolle „wieder alles schönreden“ und entferne sich immer weiter von den wirklichen Problemen der Arbeitnehmer. Tirol hinke dem Bundesschnitt bei den Löhnen um 9,7 % hinterher. Totgeschwiegen werde, dass 100.000 Tiroler armutsgefährdet seien.

Bodenseer konterte: Die Imad-Erhebung spiegele die repräsentativ erhobene Meinung der Bevölkerung wider und enthalte keine Wertung der WK. Die Sozialdemokraten würden den Aussagen der Bevölkerung nichts zutrauen. „Umfrageergebnisse anzuzweifeln, nur weil diese nicht der eigenen Linie entsprechen, ist ein peinlicher Ausrutscher von Reheis und Schiessling.“

Der ÖGB meinte, wenn 38 % der Tiroler mit ihrer Entlohnung nicht zufrieden sind, dann sei das „erschreckend und ein Warnschuss, dass immer mehr Menschen trotz Arbeit armutsgefährdet sind“.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Kritik kam auch von Fritz Gurgiser. Die WK sei „mehr als schlecht beraten, mit Hilfe von Umfragen ein Bild erzeugen zu wollen, welches real für einen sehr großen Teil der Bevölkerung hinten und vorne nicht stimmt“.

Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl forderte gestern bei der AK-Vollversammlung, soziale Schieflagen zu stoppen. Einkommen und Lebenskosten müssten wieder zusammenpassen. 323.000 Tiroler hat die AK Tirol 2012 beraten und mehr als 15 Mio. Euro für die Mitglieder erkämpft. Der Rechnungsabschluss wurde einstimmig beschlossen. (wer)


Kommentieren


Schlagworte