Papst fordert Reform des globalen Wirtschaftssystems

Franziskus: Solidarität muss wieder eine staatsbürgerliche Tugend werden.

Vatikanstadt - Papst Franziskus hat angesichts wachsender Armut und Arbeitslosigkeit in der Welt eine Reform des globalen Wirtschaftssystems angemahnt. Solidarität könne sich in der gegenwärtigen Krise nicht allein auf die Unterstützung von Bedürftigen beschränken, sagte der Papst laut Kathpress am Samstag bei einer Audienz für Experten der katholischen Soziallehre im Vatikan. Das gesamte globale System müsse auf den Prüfstand gestellt werden und mit den fundamentalen Rechten aller Menschen in Einklang gebracht werden, forderte er. Man könne heute nicht mehr einfach sagen, dass nur auf der südlichen Erdhalbkugel „etwas nicht funktioniert“.

Auch in der westlichen Welt breiteten sich Armut und Arbeitslosigkeit in besorgniserregender Weise aus, so der Papst. Das Wort „Solidarität“, dass heute in Kreisen der Wirtschaft häufig einen schlechten Klang habe, müsse wieder eine staatsbürgerliche Tugend werden, so Franziskus. Zugleich bekräftigte er, dass die Wirtschaftskrise im Kern ein ethisches Problem sei. Die Menschen stellten Macht, Profit und Geld über die Würde der Person. Demgegenüber gelte es, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

Anlass seiner Äußerungen war eine Audienz für Vertreter der Stiftung „Centesimus Annus - Pro Pontifice“. Diese widmet sich der Förderung und Vertiefung der katholischen Soziallehre. „Centesimus Annus“ (Das hundertste Jahr) ist der Titel eines päpstlichen Lehrschreibens von Johannes Paul II. zu sozialen Fragen von 1991. Es erschien 100 Jahre nach der Enzyklika „Rerum Novarum“ von Leo XIII., in der ein Papst erstmals ausführlich auf die soziale Frage einging. (APA)

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