Kampf gegen Raupen: Insektengift über mehr als 250 Kinder versprüht

Auf einem Kindergarten-Spielplatz und über einer Volksschule wurden in Deutschland Insektengifte versprüht. Zahlreiche Kinder mussten daraufhin behandelt werden.

Dorsten - Bei einem Hubschrauber-Einsätzen im Kampf gegen Eichenprozessionsspinner sind am Donnerstag und Freitag rund 250 Kinder mit dem Insektengift besprüht worden.

Im nordrhein-westfälischen Dorsten besprühte ein Helikopter irrtümlich 200 Schüler einer Volksschule, offenbar weil der Schule ein falscher Termin für den Einsatz genannt worden war. Nach Angabe eines Polizeisprechers mussten 20 Schüler einer Volksschule behandelt werden. Nach Informationen der „Dorstener Zeitung“ kamen sechs Schüler mit Augen- und Hautreizungen in ein Krankenhaus.

Laut Polizei ist das Spritzmittel für Menschen unschädlich. Reizungen der Haut könnten aber nicht ausgeschlossen werden. Die Stadt hatte zwar über die Aktion im Kampf gegen die Raupen informiert und die Bevölkerung aufgefordert, bei den Hubschraubereinsätzen nicht ins Freie zu gehen.

Nach Informationen aus Stadtkreisen wurde der Hubschrauberflug allerdings wegen des Wetters von Donnerstag auf Freitag verlegt. Auf der Internetseite der Stadt war der Einsatz für Donnerstag, 23. Mai, zwischen 7.30 und 13.30 Uhr angekündigt.

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Gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners wird derzeit in mehreren deutschen Bundesländern von Hubschraubern aus mit dem Gift Dipel ES vorgegangen. Dabei hat es bereits wiederholt Zwischenfälle gegeben.

Auf einem Kindergarten-Spielplatz in Brandenburg an der Havel sind am Donnerstag etwa 50 Kinder bei einem Hubschraubereinsatz gegen den Eichenprozessionsspinner mit dem Insektengift Dipel ES eingenebelt worden.

Die für den Einsatz zuständige Oberförsterei Lehnin räumte gegenüber der „Märkischen Allgemeinen“ vom Samstag ein, dass „Reste vom Abtrift“ des Giftes das Kindergarten-Gelände getroffen haben könnten. Eltern betroffener Kinder hatten sich anschließend nach Angaben der Zeitung beschwert.

Das Gift Dipel ES gilt verglichen mit anderen Insektenvernichtungsmitteln als relativ gesundheits- und naturschonend. Umweltschützer warnen dessen ungeachtet vor den großflächigen Sprüheinsätzen, weil dies auch andere Tierarten wie Schmetterlingslarven oder brütende Vögel schädigen könne. Als Alternative könnTen Nester des Eichenprozessionsspinners auch abgesaugt werden, was aber aufwendiger ist. (AFP/APA/dpa)


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