Pendelbahn und Sessellift in einem Paket zum Verkauf

Die Verhandlungen über eine Rückführung der Patscherkofelbahnen zur Stadt laufen. Anlagen könnten zum Buchwert Besitzer wechseln.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Ruhig ist es um die Zukunft der Patscherkofelbahnen geworden. Fast zu ruhig. Doch die Stille trügt. Hinter den Kulissen haben bereits mehrere Verhandlungsrunden und informelle Gespräche rund um einen Verkauf der Patscherkofelbahnen stattgefunden.

Wie berichtet, lieferten sich vor einem Jahr Patscherkofel-Hausherr Peter Schröcksnadel und Innsbrucks Stadtchefin Christine Oppitz-Plörer einen Schlagabtausch, wie es insbesondere mit der Pendelbahn weitergehen soll. Schröcksnadel, so die damalige Argumentation, wolle die marode Bahn nicht länger als vertraglich notwendig laufen lassen. Die Betriebspflicht endet mit 2016. Oppitz-Plörer wiederum zeigte Interesse an einer Rückführung der Anlage. Doch nicht um jeden Preis. Schließlich stellte Schröcksnadel der Stadt im Oktober 2012 ein Ultimatum: Bis Herbst 2013 müsse ein Verhandlungsergebnis erzielt werden, ansonsten werde er „mit der Demontage meiner Anlagen beginnen“.

Innsbrucker Verkehrsbetriebe (als einstiger Vertragspartner), der Tourismusverband, die Stadtpolitik und die Patscherkofelbahnen GmbH – sie alle sind in diese Verkaufsverhandlungen miteingebunden. Verhandlungen, die noch zu keiner Einigung geführt hätten, heißt es aus gut informierten Kreisen. Offiziell will sich derzeit keiner dazu äußern. Es soll jedoch bereits ein erstes Angebot zur Übernahme geben. Zum aktuellen Buchwert, so wird kolportiert, könnten die gesamten Anlagen am Patscherkofel in den Besitz der Stadt gelangen. Gemeint ist damit nicht nur die Pendelbahn, sondern auch der OLEX-Sessellift. Das ist neu. Bis dato war stets nur von der alten Pendelbahn die Rede. Gemäß der von Seiten der Patscherkofelbahnen GmbH im Oktober 2012 veröffentlichten Bilanz wären das rund 6,4 Mio. Euro. Ein Angebot, von dem sich allerdings auch so mancher Verhandlungspartner noch nicht ganz sicher ist, ob dieses tatsächlich ernst gemeint ist.

Fakt ist, dass die Anlage vom Schweizer Beratungsunternehmen „grischconsulta“ nicht nur auf Herz und Nieren abgeklopft, sondern auch hinsichtlich der touristischen Zukunft am Patscherkofel analysiert wurde. Die Schweizer sind unter anderem spezialisiert auf die finanzielle Restrukturierung, Sanierung und Konzeptionierung von Bergbahnen. Jedoch soll vor Kurzem auch ein in Innsbruck ansässiger und bekannter Wirtschaftsberater hinzugezogen worden sein.

Erwartet wird, dass die Stadt lediglich die baulichen Anlagen übernehmen dürfte. Von einem Kauf der gesamten Gesellschaft sollen Experten der Stadt abgeraten haben.

Sollte ein gemeinsamer Nenner in den Verkaufsverhandlungen gefunden werden, bleibt jedoch immer noch die Frage zu klären, wer künftig die Bahnen führen soll, da die Stadt bekanntlich eine Weiterführung forciert. Aus touristischer Sicht eine nicht unerhebliche Frage – schließlich hat Schröcksnadel auch im nahen Skigebiet des Glungezer das Sagen. Im Sommer verbindet der Zirbenweg beide Regionen. Und diesen will der TVB erhalten wissen. Angeblich soll Schröcksnadel bereit sein, zumindest die Betreiberrolle weiter innezuhaben. Die Stadt selbst dürfte als Betreiberin am Patscherkofel wohl ausscheiden.