Wo Platzhirsche mit Luft und Liebe spielen

Ab 12. Juli nehmen sich die „Haller Gassenspiele“ Turrinis Goldoni-Interpretation „Die Wirtin“ zur Brust.

Hall –Mirandolina ist ein Männermagnet – und so stehen in ihrem Florentiner Gasthaus die Kerle nur bedingt wegen der guten Küche Schlange. Auf „Die Wirtin“ abgesehen haben’s ein stinkreicher Graf, ein bettelarmer Marchese und ein durchtriebener Kellner. Mirandolina wiederum würd’ gern den Frauenhasser Cavaliere verführen, doch der ziert sich – zumindest anfänglich. Als auch noch zwei leichte Mädchen auftauchen, die sich als Damen der Aristokratie tarnen, um Graf und Marchese zu bezirzen, erreicht das amouröse Verwirrspiel seinen Höhepunkt ...

Die nunmehr dritte Produktion der „Haller Gassenspiele“ hoffentlich auch. Ab 12. Juli wagt sich der Trupp aus Profi- und Laienschauspielern an Peter Turrinis Komödie „Die Wirtin“, die auf Carlo Goldonis Lustspiel „Mirandolina“ basiert und im Herzen der Salzstadt über die Bühne geht. Der Bachlechnerplatz (Krippgasse) verwandelt sich bis 14. August 14-mal zur Freiluftbühne – insofern das Wetter mitspielt. Doch auch bei Regen fällt das romantische Treiben nicht ins Wasser, hat man doch im Salzlager eine Ausweichspielstätte gefunden, wie Alexander Sackl, der künstlerische Leiter der Gassenspiele, erklärt. Und sich stolz an die Vorjahres-Produktion „George Dandin: Der betrogene Ehemann“ erinnert, die mit dem erstmals vergebenen Tiroler Volkskunstpreis gewürdigt wurde. Die daran geknüpften 5000 Euro waren für die ambitionierten Mimen, die bis dato mit einem mageren Budget auskommen mussten, ein Segen. Und auch ein Anstoß für die Stadt Hall, den Gassenspielen eine Unterstützung in der Höhe von 3000 Euro zuzusagen. Doch ohne das grenzenlose Engagement des Teams wären die Freiluftspiele, die erstmals im Sommer 2011 über die Gassen gingen, nicht möglich, betont Sackl, der für „Die Wirtin“ nicht nur die Regie übernommen hat, sondern auch den live intonierten Soundtrack beisteuert. Pläne für die kommenden zwei Jahre sind übrigens schon geschmiedet: Die Gassenspiele, die einst mit einer Uraufführung aus der Taufe gehoben wurden, wollen fortan auf „populäre Stoffe“ bauen. „Wenn das Stück gut ist, kann man nicht mehr viel falsch machen“, lacht Sackl. Welche Gassen und Plätze in Zukunft zur Bühne werden, ist noch nicht ganz geklärt. Gemunkelt wird aber, dass 2014 in der Burg Hasegg der Vorhang fallen könnte. (fach)


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