Unfall in Boxengasse: Kommt jetzt die Helmpflicht für alle?

Der lose Reifen von Red-Bull-Pilot Mark Webber, der einen Kameramann mit voller Wucht an der Schulter traf, löste eine neue Sicherheitsdebatte in der Formel 1 aus.

Nürburgring - Die Formel 1 steuert auf ihre nächste Sicherheitsdiskussion zu. Nach der Verletzung eines Kameramanns in der Boxengasse beim Grand Prix von Deutschland sind die ersten Rufe nach erhöhten Vorsichtsmaßnahmen laut geworden. „Ich denke, jeder in der Boxengasse sollte einen Helm tragen“, sagte etwa Mercedes-Teamchef Ross Brawn auf dem Nürburgring.

„Die Mechaniker müssen Sicherheitskleidung und Helme tragen, und vielleicht ist es an der Zeit, dass auch andere Leute, die in der Boxengasse arbeiten, das machen“, erklärte auch Amtskollege Christian Horner von Red Bull. Vom Auto seines australischen Piloten Mark Webber hatte sich nach einem Reifenwechsel das rechte Hinterrad gelöst und einen Kameramann der Formel-1-eigenen Produktionsfirma getroffen. Der Brite zog sich dabei einen Schlüsselbeinbruch, zwei gebrochene Rippen sowie Prellungen und Schnittwunden zu.

„Wenn du so etwas siehst, hast du ein schreckliches Gefühl, weil du dir um den Menschen Sorgen machst“, betonte Horner, dessen Team für die Nachlässigkeit zu einer Strafe von 30.000 Euro verurteilt wurde. Webber selbst hatte zwar mitbekommen, dass sich das Rad gelöst hatte, „aber nicht, dass jemand getroffen wurde“. Der 36-Jährige hatte das Rennen nach einer neuerlichen Fixierung des Reifens fortgesetzt und noch Platz sieben geholt. (APA, dpa)


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