Ein Urlaubstag im Garten-Paradies

Es ist Urlaubszeit. Viele Gartenbesitzer nutzen sie, um sich von anderen Gärten inspirieren zu lassen. Ein empfehlenswertes Garten-Reise-Ziel ist der Garten von Isabell Bayer-Lueger im steirischen Hartberg.

Von Andrea Heistinger

Für uns ist ein Tag, der mit Arbeit im Garten beginnt, ein Glücksfall. Wir sind einfach beschenkt“, erzählt die Gartenarchitektin bei der Führung durch den 5000 m² großen Privatgarten. Hier kultiviert sie gemeinsam mit ihrem Mann Karl Lueger eine Sammlung von 3000 Taglilien, 400 verschiedenen Funkien-Sorten und 40 verschiedenen Magnolien.

Der Garten beherbergt auch unzählige andere blühende Stauden, Rosen sowie Bäume, Bambus, Ziergräser und Gemüse. Für alle, die ihren privaten Garten neu anlegen oder neu gestalten wollen, ist dieses Gartenreich ein besonders lohnendes Reiseziel. Wie kann man ein Staudenbeet gestalten und wie pflegt man es biologisch? Wie legt man ein Schotterbeet an und welche Pflanzen fühlen sich hier besonders wohl? Welche Bambus-Arten sind für unsere Breiten empfehlenswert und wie kann man aus diesen schöne und stabile Rankgerüste bauen? Was muss man bei der Ausrichtung des Wohnhauses im Garten beachten? Wie kann man bereits vorhandene Strukturen – Steinmauern und einen Baumbestand – in die Neugestaltung integrieren?

Wie düngt man Stauden und Gemüse biologisch und mit welchem – erstaunlich niedrigen – Arbeitsaufwand muss man bei einem artenreichen und vielfältigen Garten rechnen? All diese Fragen kann man Isabell Bayer-Lueger bei einer Gartenführung stellen und sich auch Ideen holen für ein begrüntes Flachdach, einen Schwimmteich oder ein Hügelbeet fürs Gemüse. Alle, die an die Anschaffung eines Hochbeetes denken, können das hier entwickelte preisgünstige Hartberger Hochbeet in verschiedenen Höhen-Abstufungen kennen lernen.

Die leidenschaftliche Gärtnerin wuchs am elterlichen Gartenbaubetrieb auf und hatte so von klein auf einen intensiven Draht zu Pflanzen. Beim Studium der Grünraumgestaltung an der Universität für Bodenkultur hat sie diesen noch intensiviert. Der Garten, den sie gemeinsam mit ihrem Mann vor 13 Jahren rund um das neu errichtete Wohnhaus angelegt hat, ist mehr als ein privater Garten. Er ist zugleich Schaugarten und Bühne für verschiedene Veranstaltungen. Zurzeit – und noch bis 21. Juli – lohnt ein Besuch des Gartens besonders: Nicht nur, weil die weißen, gelben, rosaroten, orangenfarbigen, roten und violetten Taglilien gerade um die Wette blühen.

Die üppige Pflanzenvielfalt ist auch Rahmen für die Veranstaltungsreihe „Garten + Kunst“, die heuer zum 12. Mal stattfindet. 18 Künstler stellen drei Wochen lang ihre Skulpturen im Garten aus. Ein abwechslungsreiches Programm an Vorträgen, Lesungen und Konzerten ist schöner Kontrapunkt zum Spaziergang durch den Garten (Details unter www.bellabayer.at). Von August bis in den Oktober öffnet der Garten an jedem ersten Wochenende des Monats seine Pforten.

Nochmals zurück zu den Taglilien: Der große Staudengärtner Karl Förster bezeichnete sie als „Blume des intelligenten Faulen“, da sie besonders wenig Pflege braucht und auf jedem guten Gartenboden in voller Sonne gedeiht. Taglilien blühen im Juli und August. Jede einzelne Blüte zwar nur für einen Tag – dafür warten unzählige Knospen darauf, für diesen einen Tag zu erblühen. Taglilien sind mit den „echten“ Lilien nicht verwandt und im Gegensatz zu diesen sogar essbar. Besonders delikat sind die Knospen (frisch oder eingelegt). Isabell Bayer-Lueger empfiehlt, die Pflanzen im September eine Hand breit über dem Boden abzuschneiden. Dann treiben sie vor dem Winter nochmals durch und sind durch diese jährliche Verjüngungskur langlebig.


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