Neuer dayli-Eigentümer gibt Rätsel auf

Die Firma des neuen Eigentümers hat eine Eigenkapitalquote von Minus 460 Prozent. Außerdem ist er Geschäftsführer bei der Firma JetSet Austria. Dort kenne ihn aber keiner.

Wien/Pucking - Seit 4. Juli, dem Tag des Insolvenzantrages, hat die Drogeriekette dayli einen neuen Eigentümer: Die ICU Unternehmensberatung GmbH von Martin Zieger. Was er genau vorhat ist bisher unbekannt, dafür hat das Ö1-Morgenjournal heute, Dienstag, Überraschendes an den Tag gebracht. Demnach hatte seine ICU eine Eigenkapitalquote von Minus 460 Prozent. Bei der Firma JetSet Austria mit Sitz in Kitzbühel ist Zieger zwar Geschäftsführer, man kenne ihn aber dort nicht, so „Ö1“.

Wie derzeit die Investorensuche für dayli läuft ist unbekannt. Gestern hieß es von einem Unternehmenssprecher auf APA-Anfrage: „Es gibt nichts Neues.“ Eine Stellungnahme zu dem „Ö1“-Bericht heute war kurzfristig nicht zu erhalten. Jedenfalls drängt die Zeit. dayli-Masseverwalter Rudolf Mitterlehner hatte gestern erklärt: „Wir prüfen derzeit Fortführungsszenarien. Das wird sich diese Woche noch hinziehen; aber eine Entscheidung in dieser Woche ist ein Muss.“

Glaubt man der dayli-“Erfahrungsbörse, die von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) für die dayli-Mitarbeiter zum Meinungsaustausch im Internet eingerichtet wurde, dann herrscht in den Filialen gähnende Leere. „Ich frag mich echt nach dem Sinn, dass die Geschäfte noch auf sind. Zwei potenzielle Kunden bisher“, schreibt da etwas „Glancki“. Cindy38“ meint: „Am Nachmittag stehe ich leider wieder im Geschäft und gebe acht das die Ware nicht abhaut.“

Italien-Tochter soll morgen Konkurs melden

Die italienische dayli-Tochter soll indes voraussichtlich am Mittwoch vor Gericht den Konkurs melden. Dass berichteten die Gewerkschaften bei einem Treffen mit dem Management des Unternehmens. In den Firmenkassen seien lediglich 850.000 Euro übrig geblieben. Damit können nur zum Teil die Juni-Gehälter der 1.500 Mitarbeiter der Gruppe, sowie das 14. Monatsgehalt gezahlt werden, das der Belegschaft im Juli zusteht, berichtete Gewerkschaftssprecherin Sabina Bigatti der APA.

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Lediglich 20 der 288 dayli-Shops in Italien sollen weiterhin offen bleiben. „Das Management will noch die letzten Waren verkaufen“, sagte Bigatti. Die meisten Mitarbeiter wurden bereits auf Kurzarbeit gestellt. „Bis September wird die komplette Belegschaft den Job verlieren“, meinte die Gewerkschafterin.

Die Krise bei dayli betrifft vor allem die norditalienischen Regionen Friaul Julisch Venetien und Veneto, in denen das Unternehmen in Italien am stärksten präsent ist. Allein in Friaul bangen 70 Mitarbeiter um ihre Jobs. In der Hafenstadt Portogruaro im Veneto befindet sich auch ein großes Lager der Firma. Die Gewerkschaften fordern jetzt, dass die Region Friaul Julisch zum Erhalt der Jobs eingreift. (APA/tt.com)


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