Vorwärts-Krisengipfel: „Basis“ streckt Hand aus, Lindenberger lehnt Angebot ab

Nach dem Rücktritt von Parteichef Hans Lindenberger und dem Ausscheiden aller vier Landtagsabgeordneten aus dem Vorstand riefen gestern Abend sechs Bezirksvertreter von Vorwärts zum „Krisengipfel“. Ziel sei es, „die Familie wieder heimzuholen“. Lindenberger hat das Friedensangebot bereits abgelehnt.

Innsbruck - Es sind kuriose Vorgänge, die sich derzeit bei Vorwärts Tirol abspielen: Erst trat Hans Lindenberger am Montag als Parteichef zurück und rechnete dabei mit seinen „Widersachern“ Christine Oppitz-Plörer und Anna Hosp ab, diese gingen seitdem zum Thema auf Tauchstation und dann machten am Dienstagabend sechs Bezirksgruppen gegen Lindenberger mobil, nur um gleichzeitig zu einen Krisengipfel nach Zirl zu rufen. Man wolle den Karren aus dem Dreck ziehen, hieß es im Vorfeld der Sitzung. Und danach dann programmatisch: „Es geht wieder Vorwärts.“

Vorwärts-Bezirkssprecher Robert Possenig teilte heute Mittag das Ergebnis der Beratungen mit, hinter dem die Bezirke Reutte, Landeck, Imst, Innsbruck, Schwaz und Kitzbühel stehen, wie in der Presseaussendung festgehalten wurde:

„1. Es müssen die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Vergangenes soll aufgearbeitet werden, wenn der Karren aus dem Dreck gezogen wurde.

2. Um die Partei breit aufzustellen, sollten die Bezirksspitzen und – wenn möglich – die Landtagsabgeordneten das Fundament im Vorwärts Tirol-Vorstand bilden.

3. Der/Die Parteiobmann/-frau sollte vom Vorstand vorgeschlagen werden.

4. Aus Gründen der Transparenz, welche eine grundlegende Säule von Vorwärts Tirol war und ist, sollte der Posten des Geschäftsführers ausgeschrieben werden.

5. Mit den Bezirken Innsbruck Land, Lienz und Kufstein werden in den nächsten Tagen Gespräche angesetzt. Ziel ist es die Familie wieder heimzuholen und gemeinsam konstruktiv zu arbeiten.“

An der vom Oppitz-Plörer/Hosp-Lager für den 19. Juli avisierten Generalversammlung wolle man festhalten. „Der Brückenschlag zwischen der Basis und den Vorwärts-Mandataren steht in den nächsten Tagen an erster Stelle“, heißt es in der Aussendung. Darin seien sich alle Bezirksvertreter einig gewesen.

Lindenberger lehnt ab

Man wolle nun die vier abtrünnigen Landtagsabgeordneten der Liste rund um Lindenberger zu Gesprächen einladen, sagte Possenig: „Die Hand ist ausgestreckt“. Die Absage kam jedoch postwendend. „Ich kommentiere das nicht mehr. Unsere Entscheidung ist getroffen“, erklärte Lindenberger. Die Bezirksspitzen würden nicht die Basis repräsentieren, meinte er. Mit der Pressekonferenz am Montag sei alles gesagt worden. Es bleibe beim Ausscheiden der Landtagsabgeordneten aus dem Parteivorstand. Parteimitglieder würden er und seine Abgeordneten-Kollegen bleiben, so Lindenberger.

Trotz des Friedensangebots sparten die Bezirksspitzen nach dem Treffen am Dienstagabend nicht mit Kritik an Lindenberger. Dieser habe mit seinen Aussagen immer wieder versucht, den „breiten Unmut der Basis“ als „Störfeuer aus dem Hinterzimmer“ abzutun. Der Ex-Parteiobmann hatte am Montag davon gesprochen, dass Oppitz-Plörer und Anna Hosp, „aus den Hinterzimmern“ intrigieren würden. „Wir sind gestandene, erwachsene Tiroler und als solche mit Sicherheit nicht ferngesteuert“, verwahrten sich die Bezirksoberen gegen Anschuldigungen, sie würden von Oppitz-Plörer und Hosp aus dem Hintergrund dirigiert. (TT.com, APA)


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