Mehr Platz für künftige Pflegekräfte

Die Krankenpflegeschule beim Schwazer Bezirkskrankenhaus wird ab Montag um 1,5 Millionen Euro baulich vergrößert.

Von Angela Dähling

Schwaz –Montag fahren bei der im Schwazer Bezirkskrankenhaus (BKH) integrierten Krankenpflegeschule die Bagger auf. Um 1,5 Mio. Euro wird bis Oktober die Turnhalle in zwei Klassenräume umgebaut – damit stehen ab Herbst sechs Klassenräume zur Verfügung. „Durch den Erweiterungsbau können künftig doppelt so viele Interessenten hier ausgebildet werden“, informierte gestern Gemeindeverbands­obmann BM Franz Hauser.

Die 1,5 Mio. Euro Umbaukosten strecken nach den 12 Mio. Euro für den Umbau des BKH Süd-Traktes wieder die Gemeinden vor. Hauser: „Wir haben die schriftliche Zusicherung, das Geld spätestens 2016 vom Land retour zu bekommen.“ Im Februar drohte der Umbau noch zu scheitern, weil die Gemeinden erst Geld vom Land sehen wollten. Zwei Millionen Euro sind von dort inzwischen geflossen.

Wie groß das Interesse an Berufen im Pflegebereich ist, erläuterte der Direktor der Krankenpflegeschule Siegfried Steidl: Von 90 Bewerbern für den einjährigen Pflegehilfelehrgang bzw. 70 Bewerbern für berufsbegleitende Pflegehilfe-Abendkurse können jeweils nur 36 aufgenommen werden. Am Arbeitsmarkt sei vor allem die Nachfrage nach diplomierten Pflegefachkräften groß. Derzeit werden in den jeweils im Herbst beginnenden dreijährigen Kursen 128 Teilnehmer dazu ausgebildet. Durch die neuen Klassenräume können nun auch im Februar Kurse starten. Damit steigt die jährliche Absolventenzahl von 30 auf 60 Diplomfachkräften. Ihr Anfangsgehalt liegt laut BKH-Geschäftsführerin Margit Holzhammer bei 2400 Euro brutto.

Rund 25 diplomierte Pflegekräfte würden aufgrund von Karenzierungen allein jährlich im Schwazer Bezirkskrankenhaus neu eingestellt, erläuterte Pflegedirektorin Gabriele Polanezky. „Durch den Erweiterungsbau profitieren endlich auch Heime sowie Sozial- und Gesundheitssprengel“, sagt Polanezky – und das aufgrund von Zigtausenden zu leistenden Praktikumsstunden auch schon während der Ausbildung.

Der Betrieb der Kranken­hausschule kostet jährlich rund 1,3 Mio. Euro, 90 Prozent zahlt das Land Tirol.


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