Zeitung: Angeblich Toter gewann Wahl in Mexiko

Der Lokalpolitiker hatte sein eigenes Ableben vorgetäuscht. Er wollte einer Anklage wegen Vergewaltigung entgehen.

Mexiko-Stadt - Drei Jahre nach seinem angeblichen Tod hat ein Mann in Mexiko ein Bürgermeistermandat bei den Regionalwahlen gewonnen. Der Wahlsieger vom vergangenen Sonntag in der Gemeinde San Agustín Amatengo im Bundesstaat Oaxaca soll 2010 seinen Tod vorgetäuscht haben, um einer Anklage wegen mehrfacher Vergewaltigung zu entgehen, berichtete am Mittwoch die renommierte Zeitung „Reforma“.

Nach Bekanntwerden des mutmaßlichen Betrugs verlangten Koalitionspartner, dass Lenin Carballido das Bürgermeisteramt nicht annimmt. „Er hat sowohl die Partei als auch die Wahlbehörde und die Bürger getäuscht“, zitierte „Reforma“ den Regionalchef der linksgerichteten Partei PRD, Rey Morales. Carballido war als Kandidat einer Dreier-Koalition mit Beteiligung der PRD ins Rennen gegangen.

Nach Recherchen der Zeitung hatten die Behörden im Oktober 2010 eine Todesbescheinigung für Carballido ausgestellt. Als Todesursache wurde ein diabetisches Koma genannt. Zweieinhalb Monate später wurde die Anklage von 2004 eingestellt. Am Sonntag wurde in 15 der 31 mexikanischen Bundesstaaten gewählt. (APA/dpa)

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