Microsoft baut groß um: Mehr Vernetzung bei Produkten

Konzernchef Steve Ballmer will weg vom Image Microsofts als vornehmlichem Software-Konzern.

Redmond - Microsoft stellt sich vor dem Hintergrund des Wandels in der Computerbranche hin zu Smartphones und Tablets neu auf. Die einzelnen Sparten werden anders geschnitten. So werden künftig alle Betriebssysteme für die verschiedenen Geräte unter einem Dach entwickelt. „Wir sehen unser Produktportfolio ganzheitlich und nicht als eine Reihe von Inseln“, erklärte Konzernchef Steve Ballmer in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben an die Mitarbeiter. Im frühen New Yorker Handel stieg die Aktie um 1 Prozent.

Ziel des Umbaus ist es, dass die einzelnen Produkte wie das PC-Betriebssystem Windows, das Smartphone-System Windows Phone, die Spielekonsole Xbox, die Office-Büroprogramme oder der Internettelefonie-Dienst Skype enger miteinander verzahnt werden. Microsoft reagiert damit auf die schrumpfenden Verkäufe der Notebooks und Desktop-Computer, von denen die meisten mit Windows laufen. Im mobilen Geschäft hinkt der Konzern Rivalen wie Apple mit iPhone und iPad oder Google mit seinem Smartphone-Betriebssystem Android hinterher.

Mit dem neuen Zuschnitt werden auch die Verantwortlichkeiten im Management neu verteilt. Für die Betriebssysteme wird Terry Myerson verantwortlich, der bisher nur für Smartphones zuständig war. Die bisherige Windows-Chefin Julie Larson-Green übernimmt die Gerätesparte, die mit Microsofts eigenem Tablet Surface massiv an Bedeutung gewonnen hat. Skype-Chef Tony Bates kümmert sich nun um Partnerschaften und die Strategie. Sein Konterfei taucht in der Übersicht des Microsofts-Führungszirkels direkt neben dem von Steve Ballmer auf.

Konzernchef Ballmer hatte eine Neuaufstellung schon seit längerem angedeutet. Er will weg vom Image Microsofts als vornehmlichem Software-Konzern. Mit dem Umbau nähert sich das Unternehmen mehr Apple an, wo Geräte und Programme Hand in Hand gehen. Die Strategieüberlegungen kommen an der Börse gut an. Seit Monaten steigt die Aktie. Am Donnerstag legte das Papier im frühen New Yorker Handel um ein weiteres Prozent zu. Das Technologie-Blog „All Things D“ hatte bereits über die Pläne berichtet. (APA/dpa)


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