Suche nach Vermissten musste wieder unterbrochen werden

Seit Mittwochabend wird im Gebiet des Großen Löfflers im Zillertal nach einem einheimischen Bergführer und einem Urlaubsgast gesucht. Die beiden dürften an einer Felswand mehrere hundert Meter abgestürzt sein.

Mayrhofen – Seit den frühen Morgenstunden wurde im Zillertal wieder nach den vermissten Bergsteigern gesucht. Doch bisher ohne Erfolg.

Nach Auswertung von Bildern durch die Alpinpolizei wurden allerdings an der Nordseite des Berges Spuren festgestellt, die auf die Sturzbahn der Bergsteiger hinweisen könnten. Bei neuerlicher Suche an diesen Stellen konnten auch einige Ausrüstungsgegenstände der Vermissten gefunden werden.

Eine unmittelbar hinter dem Fundort der Gegenstände befindliche Felsspalte wurde daraufhin gründlich untersucht, die beiden Bergsteiger konnten dabei aber nicht gefunden werden.

Wegen der Erwärmung und der Steinschlaggefahr musste der Sucheinsatz gegen 14.30 Uhr wieder bis auf weiteres unterbrochen werden. Der Sucheinsatz soll laut Polizei in Absprache mit der Bergrettung in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.

Suchaktion seit Mittwoch

Schon seit Mittwoch läuft die Suchaktion, die am Freitagnachmittag vorerst erfolglos abgebrochen werden musste. „Es gibt keinen neuen Stand“, sagte ein Polizist des Bezirkspolizeikommandos Schwaz am Freitagnachmittag gegenüber TT Online. Am Abend wurde die Suche dann wegen der großen Steinschlaggefahr unterbrochen. Am Donnerstag waren neben einem Hubschrauber des Innenministeriums wieder Alpinpolizei und Bergrettung an der Suche beteiligt.

Am Freitag wurde unter anderem mit einer Dampfsonde und Suchhunden nach dem Duo gesucht. Die Suchmannschaften kämmten den Bereich des Bergschrundes sowie den darunterliegenden Spaltenbereich ab.

Bereits am Donnerstag gingen die an der Suchaktion beteiligten Einsatzkräfte davon aus, dass das Duo tödlich verunglückt ist. Dies erklärte der stellvertretende Obmann der Bergrettung Mayrhofen, Michael Knauer.

Rucksäcke der Vermissten am Donnerstag gefunden

Der 41-jährige Bergführer und der deutsche Urlaubsgast dürften an einer Felswand mehrere hundert Meter abgestürzt und dann in eine Randspalte gefallen sein. An der Randspalte beim sogenannten „Löffler Kees“ habe man einen Rucksack und verschiedene andere Gegenstände gefunden, die den beiden Vermissten zuzuordnen wären, meinte der Bergretter.

Einsatzkräfte, die auf der Suche nach den Vermissten den Nordgrad des Großen Löfflers bekletterten, entdeckten dort einen großen Felsausbruch. „Der Verdacht liegt nahe, dass da was ausgebrochen ist und sie danach in die Spalte stürzten“, sagte der stellvertretende Bergrettungs-Obmann.

Einsatz auch am Donnerstag abgebrochen

Der Einsatz war bereits am Donnerstag abgebrochen worden. Die Erwärmung war einfach zu groß, es war zu gefährlich, denn viele Steine würden herunterstürzen. Es sei unmöglich, in die Spalte hinabzusteigen, erklärte Knauer, der sich äußerst betroffen über den wahrscheinlichen Tod des Bergführers, der auch sein Bergrettungskamerad war, zeigte. Man sei „wie gelähmt“, es habe sich um einen hochprofessionellen Bergführer gehandelt.

Die Abgängigen hatten von Dienstag auf Mittwoch auf der Greizer Hütte übernachtet und brachen am Mittwoch um 5 Uhr zu ihrer Bergtour auf. Um 14 Uhr hätten sie wieder bei der Greizer Hütte eintreffen sollen. Als sie um 16 Uhr immer noch nicht dort ankamen, wurde die Bergrettung verständigt. ( tt.com, APA)


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