Neue Visionen für Söldens Zentrum

Von Thomas Ploder...

Von Thomas Ploder

Sölden –Ihr vitales Interesse an der Entwicklung ihrer Gemeinde unterstrichen rund 220 Sölder mit ihrer Teilnahme an der Bürgerversammlung zu Umfahrung und Zentrumsgestaltung am Donnerstagabend. Dabei scheint die baldige Realisierung der Umfahrung problemlos zu sein, wurden ihr doch nur wenige Minuten der Veranstaltung gewidmet.

BM Ernst Schöpf berichtete, dass die beiden Tunnel als „B 196 – neu“ nicht nur im Verzeichnis der neuen Straßenprojekte, sondern auch explizit im Koalitionsübereinkommen genannt wären. Daraus schloss Schöpf auch die Bereitschaft des Landes, die Finanzierung zu 100 % zu übernehmen. Wie sehr oft an diesem Abend wurde der Hinweis laut, dass die Umsetzung am Ende von der Zustimmung der betroffenen Grundeigentümer abhinge. Die derzeitige Bundesstraße würde dann von der Gemeinde übernommen und die Grundlage für eine mögliche Neugestaltung des Zentrums bilden.

Moderator Jochl Grießer, seit sechs Jahren Koordinator des Ortsentwicklungsprojektes, präsentierte eine neue Variante für das künftige Ortszentrum. Neu ist, dass die Verlegung der Ache den Kern der Überlegungen bildet. Neben einem verbesserten Hochwasserschutz sollen dadurch am westseitigen Ufer rund 800 m2 für einen zentralen Platz gewonnen werden. Über eine neue Brücke soll die am Ostufer liegende, als Grünland gewidmete Fläche neu einbezogen werden.

Architekt Armin Walch und Raumplaner Reinhard Falch konkretisierten die Fakten mit Plänen, Stadtentwickler Stefan Lettner zeigte Möglichkeiten, Chancen und Risiken einer verkehrsberuhigten Zone auf. Diesen Darstellungen ließ das Team von Whiteriver aus Berlin eine oft an Sience- Fiction grenzende Vision einer Bespielbarkeit der neu zu gestaltenden Flächen folgen.

Wie BM Schöpf und Grießer mehrfach betonten, handle es sich bei den präsentierten Varianten um erste, grobe Studien, keinesfalls um eine beschlossene Sache. Zudem benötige man neben der Bereitschaft der Grundbesitzer, ihre Flächen zur Verfügung zu stellen, auch die intensive Mitarbeit der betroffenen Unternehmer und der gesamten Bevölkerung. Das Thema rund um Kosten und Finanzierung kam während der fast dreistündigen Veranstaltung nie zur Sprache.

Für die anschließend geplante Diskussion blieben die Wortmeldungen aus. Um im weiteren Prozess eine möglichst intensive Einbindung der Einheimischen zu ermöglichen, findet am 1. August um 20 Uhr in der Freizeit Arena Sölden ein Workshop statt, an dem alle interessierten Sölder teilnehmen können. Um die Aufteilung auf die drei geplanten Arbeitsgruppen „Erweiterung Zentrum“, „Handel, Gastro, Verkehr“ und „Inszenierung Belebung“ organisieren zu können, wird um Anmeldung in der Gemeinde gebeten.


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