Soldat in London massakriert: Bewegender Abschied von Rigby

Premierminister Cameron und Londons Bürgermeister Johnson waren unter den Trauergästen. Lee Rigby war in London auf offener Straße regelrecht hingerichtet worden. Die Angreifer ließen sich direkt nach der Tat mit blutigen Händen filmen.

London – Gut sieben Wochen nach der brutalen Tötung des britischen Soldaten Lee Rigby auf offener Straße haben tausende Menschen ihm die letzte Ehre erwiesen. Zur Abschiedsfeier für den 25-Jährigen im nordwestenglischen Bury kamen am Freitag rund 800 Trauergäste, unter ihnen Premierminister David Cameron und der Londoner Bürgermeister Boris Johnson. Cameron erklärte, die ganze Nation trauere.

Rigbys Frau hatte den gemeinsamen zweijährigen Sohn an der Hand; der Kleine trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „Mein Papa, mein Held“. Rigbys Frau und seine Schwestern brachen in Tränen aus, als sie die Kirche betraten. Vor dem Gotteshaus hatten sich tausende Menschen, darunter viele Soldaten und Veteranen versammelt, um die Trauerfeier über Lautsprecher mitzuverfolgen.

Beisetzung in Heimatort

Rigby war am 22. Mai auf offener Straße regelrecht hingerichtet worden, die Tat hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Augenzeugen zufolge wurde er mit einem Fleischerbeil enthauptet. Die beiden mutmaßlichen Täter, von denen sich einer nach der Tat mit blutverschmierten Messern in den Händen filmen ließ, sind nigerianischer Abstammung und waren zum Islam konvertiert. Sie wurden festgenommen, ihr Prozess soll am 18. November beginnen.

„Du warst ein guter Vater und ein guter Ehemann, Du wirst uns fehlen“, sagte eine Freundin von Rigby in ihrer Trauerrede. Rigbys Vorgesetzter, Oberst Jim Taylor, sagte beim Betreten der Kirche: „Wir sind heute hier, um als Regiment sein Andenken zu ehren, seine Familie zu unterstützen, ihr beizustehen, Seite an Seite, in dem Augenblick, wo sie das braucht.“ Rigby würdigte Taylor als charismatischen jungen Mann mit einem „ansteckenden Lachen“.

Nach der Trauerfeier wurde Rigbys Sarg unter dem Applaus der versammelten Menge aus der Kirche getragen und nach Middleton, dem Geburtsort des Soldaten, gebracht. Dort sollte er im engsten Kreis beigesetzt werden.

Rigby war ermordet worden, als er sich auf dem Weg zurück zu seiner Kaserne befand. Unter anderem war er im Laufe seiner Zeit beim britischen Militär in Afghanistan und Deutschland stationiert gewesen und hatte im Musikkorps Trommel gespielt. (APA/AFP/dpa)


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