Die Eroberung einer altbekannten neuen Welt

„Brave New World“, die zweite Erweiterung für das Strategiespiel „Civilization V“, erweitert den Klassiker um Handel, mehr Kultur und mehr Langzeitspielspaß.

Eine der neu hinzugekommenen Nationen: Venedig.

Von Lukas Schwitzer

Innsbruck - Es ist wieder an der Zeit, die Welt zu erobern. Doch weniger mit Waffengewalt als vielmehr mit Handel und kultureller Dominanz schwingt sich das moderne Staatsoberhaupt zum Beherrscher der Erde auf. So zumindest mit der Erweiterung „Brave New World“ für das Erfolgs-Strategiespiel „Civilization V“.

„Brave New World“ bringt einiges mehr an Neuerungen mit sich als die erste Erweiterung „Gods & Kings“ und krempelt vor allem das spätere Spiel zu großen Teilen um. Neue spielbare Nationen bringen neue Gebäude und Einheiten mit sich, die Veränderungen an Handel und Kultur aber sind es, die am meisten ins Auge springen.

Handel: Ein zweischneidiges Schwert

Das Handelssystem wurde grundlegend erneuert, ohne effektive Karawanen und Handelsschiffe ist es kaum möglich, sich einen Platz an der Sonne zu erkämpfen. Dies funktioniert aber erst nach einigen Spielstunden wirklich gut, wenn die begehrten Schiffe auch endlich verfügbar sind. Denn die Kamelkarawanen, mit denen man sich zu Beginn des Spiels begnügen muss, verfügen nur über eine äußerst geringe Reichweite. Ist also keine Stadt einer anderen Nation in der Nähe, ist auch kein Handel möglich. Das frustriert zwar leicht, wird aber durch die Berge von Gold, die später auf diversen Handelsrouten gescheffelt werden können, ausgeglichen.

Doch der Handel bringt nicht nur Gutes mit sich. Mit den Händlern kommen auch kulturelle und religiöse Einflüsse aus anderen Ländern in die eigenen Städte, was die Sammlung der eigenen „Glauben“-Ressource beeinträchtigt. Beachtet man dann auch noch, dass der Handel natürlich auch dem Handelspartner Geld einbringt, sind durchaus strategische Entscheidungen erforderlich: Will man etwa die neutral eingestellten Brasilianer nicht lieber arm halten und stattdessen mit den verbündeten Marokkanern Handel treiben?

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Diplomatisch oder lieber touristisch?

Auch die Stadtstaaten erhalten mit „Brave New World“ mehr Bedeutung. Später im Spiel erfolgt die Gründung des Weltkongresses, auf dem gemeinsame Projekte beschlossen und Resolutionen verabschiedet werden können. Und wer es sich mit den kleinen Nationen nicht verscherzt hat, ist hier klar im Vorteil. Denn verbündete Stadtstaaten bringen zusätzliche Stimmen bei Entscheidungen.

Auch auf die Möglichkeiten zum Sieg wirken sich die Änderungen aus, die die Erweiterung mit sich bringt. Diplomatisch die Oberhand gewinnt man über die Dominanz des Weltkongresses, in dem man sich zum Weltherrscher wählen lassen kann. Will man aber lieber den kulturell-wirtschaftlichen Weg zum Erfolg gehen, gilt es, in den Tourismus zu investieren. Durch einen florierenden Tourismus, den man mit Hilfe von kulturellen Errungenschaften wie großen Werken der Kunst, Musik und Literatur erlangt, wird eine andere Kultur, die sich nur langsam entwickelt, nach und nach beeinflusst. Sind erst alle anderen Nationen im Spiel dominiert – nicht die leichteste aller Aufgaben –, darf man sich über den Sieg freuen.

Fazit

„Brave New World“ erweitert das bereits großartige „Civilization V“ um viele interessante Neuerungen, die den Spielspaß vor allem in den späteren Stunden eines Endlosspiels deutlich erhöhen und dem Staatsoberhaupt mehr Möglichkeiten bieten, sich abseits des Schlachtfelds zu beschäftigen. Neue Nationen wie Brasilien, Marokko, Portugal und die Schoschonen erweitern das Angebot noch einmal deutlich und sinnvoll und zwei neue vorgegebene Szenarien sorgen für Motivation bei Spielern, die des Endlosspiels müde sind. Ein deutlicher Beweis, dass ein großartiges Spiel durchaus noch großartiger werden kann.

Unsere Bewertung: 9/10

Entwickler: Firaxis Games

Publisher: 2K

„Civilization V: Brave New World“ ist jetzt für Windows und Mac (benötigt eine Steam-Aktivierung) erhältlich.

Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt von 2K.


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