Otto wird 65: „Keine Notwendigkeit, erwachsen zu werden“

Otto Waalkes feiert heute seinen 65. Geburtstag und kommt damit ins Pensionsalter. Kein Grund für ihn ans Aufhören zu denken.

Hamburg - Otto Waalkes hat auch im Rentenalter seinen Humor nicht verloren. Die Wurzeln für seinen Hang zur Komik sieht der ostfriesische Malermeistersohn, der an diesem Montag 65 Jahre alt wird, in seiner Kindheit und in seinen persönlichen Schwächen, wie er im Gespräch der dpa erklärte.

Ihre Eltern galten als strenggläubige Baptisten, Sie selbst besuchten als Kind die Sonntagsschule der Emder Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde. Haben diese Erfahrungen möglicherweise Ihre innere Entwicklung zum Komiker beeinflusst?

Otto Waalkes: Ich neige nicht zur Nabelschau, gehe aber davon aus, dass jede Art von Autorität auf Kinder ihren Einfluss hat. In meinem Fall wurde eben mein Widerspruchsgeist geweckt, der zu erfreulichen Ergebnissen wie dem ‚Wort zum Montag‘ geführt haben.

Gab oder gibt es innere oder äußere Nöte, die Ihren Hang zur Komik sich entwickeln ließen?

Waalkes: Sinn für Komik hilft sehr dabei, solche Nöte erst gar nicht aufkommen zu lassen. Wenn man solche Schwächen hat wie ich, ist Komik geradezu überlebensnotwendig.

Mit Ihren subversiven Späßen darf man Sie auch als Gesellschaftskritiker verstehen. Was an der Gesellschaft würden Sie sofort ändern, wenn Sie die Macht dazu hätten?

Waalkes: Wenn ich die Gesellschaft ändern wollte, wäre ich nicht Komiker geworden. Ich nehme alles, wie es kommt und wenn es Anlass zur Komik bietet, um so besser!

Was der schönste Moment Ihrer beruflichen Laufbahn?

Waalkes: Schwer zu sagen. Eigentlich genieße ich fast jeden Auftritt, komischerweise um so mehr, je weniger mir noch bleiben.

Packt einen manchmal die Hybris, wenn man soviel Erfolg hat?

Waalkes: Sicher. Aber ich finde, gegen eine gesunde Überheblichkeit ist manchmal nichts einzuwenden. Das Leben sorgt schon dafür, dass sie kein Dauerzustand wird.

Einige Nörgler werfen Ihnen vor, seit einiger Zeit würde Ihnen nichts Neues mehr einfallen. Welches Argument halten Sie dagegen?

Waalkes: Mir fehlen die Argumente, ich könnte nur darauf hinweisen, dass es keine große Kunst ist, Menschen mit neuen Witzen zum Lachen zu bringen - mit älteren dagegen...

Das Gespräch führte Ulrike Cordes von der Deutschen Presse Agentur.


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