Schönwieser Dorf rutscht zum Teil in die gelbe Zone

Die Hochwasser-Situation am Inn wurde zwischen Finstermünz und Kufstein neu bewertet. Schönwies ist besonders betroffen.

Von Matthias Reichle

Schönwies –Die Bilder der überschwemmten Orte im Tiroler Unterland verschwinden langsam wieder aus den Köpfen der Menschen. Während dort Normalität einkehrt, hat das Thema Hochwasser Schönwies gerade erst richtig erfasst. Vergangene Woche präsentierte das Land dem Gemeinderat die Auswirkungen eines hundertjährlichen Hochwassers auf den Ort. Das berichtet Vizebürgermeister Harald Peham. Laut den Berechnungen stünde ein großer Teil des Dorfs unter Wasser. Die Schätzungen, wie viele Häuser betroffen wären, gehen auseinander. „150 bis 200 Häuser“, sagt der Kommunalpolitiker. „Das sind ein Drittel aller Gebäude von Schönwies.“ Laut Landesinformationen wäre vor allem der östliche Teil des Dorfs beidseitig der Bundesstraße Überschwemmungsgebiet.

Die Auswirkung wäre nun eine große gelbe Zone, betont Peham. „Ich schätze, dass wir mit Häuslbauern massive Probleme bekommen.“ Hintergrund der Änderung ist eine Neuberechnung der Hochwassersituation am Inn von Finstermünz bis Kufstein. Eine solche wird alle zehn Jahre durchgeführt, betont Hubert Steiner von der Abteilung Wasserwirtschaft beim Land. Sie ist im letzten Jahr fertig geworden. Die Ergebnisse werden in Gefahrenzonenplänen umgesetzt und derzeit in den betroffenen Gemeinden präsentiert. Die Grundlage bildet die Beobachtung der natürlichen Ereignisse am Inn und dessen Nebenflüssen. Je nachdem wie die Abflussbeobachtungen der Meteorologen und Hydrologen ausfallen, verändert sich auch die Annahme für das, was man bisher als 100-jährliches Hochwasser-Ereignis angenommen hat. Beziehungsweise hat das auch Auswirkungen auf die betreffenden Schutzbauten. Überspitzt formuliert: „Wenn ein 100-jährliches Hochwasser alle zehn Jahre auftritt, kann etwas nicht stimmen“, so Steiner.

„Wirklich große Siedlungsbereiche wie in Schönwies sind anderswo nicht betroffen“, betont Markus Federspiel von der Abteilung Wasserwirtschaft. Dort würde bei einem 100-jährlichen Ereignis ein Teil des Dorfs zwischen 20 Zentimetern und einem Meter unter Wasser stehen, führt er aus. Nun gehe es darum, so schnell wie möglich ein Hochwasserprojekt in Angriff zu nehmen und auch finanzielle Mittel bereitzustellen.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren