Kleiner Diesel im 9. Leben

Seit dem Jahr 1972 ist Honda mit dem Civic unterwegs und macht nun mit einem 1,6-Liter-Diesel einen weiteren Schritt in eine gemeinsame Zukunft.

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Der Honda Civic geht schon beinahe als Oldtimer durch, allerdings nur was seinen Namen betrifft. Vor 41 Jahren rollte er erstmals durch Japan. Längst hat der Kompaktwagen die Welt erobert und feierte im Februar des Vorjahres die Premiere der inzwischen bereits neunten Generation. Von alt also keine Spur. Der Civic taucht nun mit neuer Motorisierung auf: Neben der 2003 eingeführten 2,2-Liter-Version gibt es ihn jetzt als 1,6-Liter-Diesel-Modell, speziell für die in Europa zahlreichen Verfechter der Selbstzünder. Die TT durfte den 1,6 i-DTEC testen.

Beim ersten Anblick sticht die keilförmige, flache Linienführung ins Auge, die mit einer nahezu spitz zusammenlaufenden Schnauze und der kleinen Flosse, pardon, der in Lackfarbe gehaltenen Antenne etwas an einen Haifisch erinnert. Mit nur 1470 Millimetern Höhe zählt der Civic zu den niedrigen seiner Klasse.

Im Innenraum ist der Civic funktional, Tasten und Knöpfe sind einfach und übersichtlich angeordnet. Die Instrumente lassen sich durch bzw. über dem Lenkrad gut ablesen. Mit farbigen Lichtstreifen lässt sich dort auch die mehr oder weniger ergonomische Fahrweise kontrollieren. Blaue Streifen bedeuten Leerlauf, plötzliche Beschleunigung oder Bremsen. Grün werden sie erst, wenn Sprit sparend gefahren wird. Eine nette Idee, die zusätzlich zum grünen Knopf am Armaturenbrett, dem ECON-Modus für mehr Kraftstoffeffizienz, zum Sparen ermuntert und durch die im 1,6 i-DTEC serienmäßige Start-Stopp-Funktion noch unterstützt wird.

Einmal gestartet, muss man schon zwei Mal hinhören, ob man wirklich in einem Diesel-Fahrzeug sitzt. Vor allem beim Anlassen, bei niedrigen Geschwindigkeiten und starker Beschleunigung läuft der Civic sehr leise. „ANC“ sagt der Hersteller und meint zusätzlich zur entsprechenden Innenausstattung die Active Noise Cancellation – ein System, das niederfrequente Geräusche minimieren soll und im Test auch macht.

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Der in Europa gebaute und konstruierte 1,6-i-DTEC-Motor kommt im Civic erstmals zum Einsatz, ab September läuft er auch im neuen CR-V – überall unter dem Motto „Earth Dreams Technology“ mit einem umweltrücksichtsvollen CO2-Ausstoß von 94 g/km. Er ist um 47 Kilo leichter als sein großer Bruder, der 2,2 i-DTEC, und wirft 120 PS bei einem Drehmoment von 300 Nm aus. Auf der Straße fühlt sich das gut an, kein Spur von lahmem Diesel also. Er bringt es auch in rund zehn Sekunden von null auf 100 km/h. Mit dem neuen 6-Gang-Getriebe lässt sich der Civic genau schalten.

Beim Verbrauch kann Honda­ mit nur 3,7 Litern auf 100 km aufzeigen. Das klappt wohl nur, wenn man sich an alle aufleuchtenden Empfehlungen und den ECON-Modus gedrückt hält. Bei gewöhnlicher Fahrweise bleibt man dennoch leicht unter fünf Litern. Apropos Kosten, den kleineren Diesel gibt es im Civic ab 20.590 Euro, allerdings ohne Radio-CD-Player.


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