Industrie: „Kein Ruck nach oben“

Tirols Industrielle fürchten schwächeres Wachstum. Aufschwung frühestens im Herbst. WK fordert Wachstumsmaßnahmen.

Innsbruck, Wien –Am Konjunkturhimmel ziehen zunehmend dunkle Wolken auf. Die heimische Industrie fürchtet heuer einen Rückgang, die Konsumentenstimmung verschlechtert sich, die Arbeitslosigkeit in der Eurozone soll weiter steigen. Für Österreich mussten die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS die Wachstumsprognose für heuer kräftig zusammenstutzen. Für 2014 sieht Wifo-Chef Karl Aiginger aber keinen weiteren Revisionsbedarf nach unten mehr. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl fordert von der Regierung zusätzlich zum Konjunkturpaket Wachstumsmaßnahmen, die angeblich nichts kosten. Es müssten neue Jobs geschaffen und zugleich für Budgetneutralität und Wachstum gesorgt werden.

In Tirol fürchtet die Industrie unterdessen eine Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung. Es gebe keine signifikanten Wachstumsimpulse, erklärte der Präsident der Tiroler Industriellenvereinigung (IV), Reinhard Schretter. Die aktuelle Konjunkturerhebung der IV Tirol im zweiten Quartal zeichne „ein Bild der Vorsicht, teilweise auch der Verunsicherung“, hieß es. „Ein Ruck nach oben ist nicht zu erwarten“, sagte Schretter. Im Vergleich zum Zeitraum Jänner bis März habe sich die konjunkturelle Lage im Land abgeschwächt. Die Ertragslage in den kommenden Monaten wird laut IV weniger optimistisch beurteilt als zuletzt. Die Geschäftslage beurteilen weniger als die Hälfte, nämlich 45 %, als gut. Nicht zum Besseren verändert haben sich zuletzt Auftragsbestand und Auslandsaufträge.

Bundesweit sieht die IV trotz der stagnierenden Entwicklung allerdings keinen Anlass für eine Depression: „Der Aufschwung wird kommen“, beruhigte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Der Aufschwung werde allerdings fragil ausfallen, frühestens im Herbst beginnen und auch dann nur, wenn die politischen Risiken – etwa in Griechenland – unter Kontrolle bleiben.

Die IV-Ökonomen erwarten für Österreich für das laufende Jahr bestenfalls ein Wirtschaftswachstum von 0,5 %. Das Wachstum der Industrie wird auf 1 bis 1,5 % geschätzt.

Bei den Jobs gibt es von den Industriellen heiß-kalte Nachrichten: Das Wachstum sei zu gering, um hier Impulse zu setzen. Es sei aber auch kein wesentlicher Jobabbau zu erwarten, hieß es. (TT, APA)


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