China: Japanische Politik bedroht Sicherheit in der Region

In zwei führenden staatlichen Zeitungen wirft die Regierung in Peking dem japanischen Regierungschef gefährliche Politik vor. Hintergrund ist der Streit um Gasvorkommen nahe den Senkaku-Inseln.

Peking/Tokio - China hat Japan im Streit um Gasvorkommen eine gefährliche Politik vorgeworfen, die die Sicherheit in der Region bedrohen könnte. Zwei führende staatliche Zeitungen der Volksrepublik schlugen am Donnerstag harsche Töne gegenüber dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe an. Dieser hatte am Mittwoch bei seinem Besuch auf der japanischen Insel Ishigaki bekräftigt, die zwischen beiden Staaten umstrittenen nahe gelegenen Senkaku-Inseln, die in China Diaoyu genannt werden, gehörten zu Japan. Die beiden Länder sind uneins über den genauen Grenzverlauf im Ostchinesischen Meer und streiten auch um Eilande im Südchinesischen Meer.

Hintergrund sind die dortigen rohstoffreichen Gewässer. China will offenbar rasch die Ausbeutung weiterer Gasfelder beginnen und möglicherweise Gas aus Vorkommen fördern, die Japan beansprucht. Dies will Japan nicht hinnehmen.

Die Zeitung der Volksbefreiungsarmee warf Abe vor, er betreibe nur Wahlkampf. Mit seinem Besuch auf Ishigaki, das 160 Kilometer von den Senkaku- oder Diaoyu-Inseln entfernt liegt, habe Abe den denkbar schlechtesten Zeitpunkt gewählt. Niemand könne es einem Regierungschef vorwerfen, wenn er das Territorium seines Landes besuche. „Aber zu einem Zeitpunkt, da der Streit um die Diaoyu-Inseln andauert und die Situation komplex und sensibel ist, ist Abes Vorgehen ohne Zweifel extrem gefährlich und unvernünftig“, schrieb die Armeezeitung.

Fronten verhärtet

In der „Volkszeitung“ der Kommunistischen Partei hieß es, China werde es nie wieder zulassen, dass auf seinem Territorium herumgetrampelt werde. Das Blatt spielte damit auf die japanische Invasion Chinas vor dem und während des Zweiten Weltkrieges an. Abes Ziel sei es, Spannungen zu schaffen und Zwischenfälle zu provozieren, um so die militärische Entwicklung Japans voranzutreiben.

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Abe hatte mit Blick auf die Senkaku-Inseln betont, er werde keinen Schritt zurückweichen. Diese Haltung bedrohe nicht nur die Stabilität in der Region, kommentierte die Armeezeitung Abes Äußerungen. Damit vollführe Japan auch einen Schwenk nach rechts. Die Zeitung spielte auf Abes Pläne an, die von den USA nach dem Krieg entworfene Verfassung des Landes zu ändern und Japan aufzurüsten. Abe und seine Liberaldemokratische Partei stecken vor der Wahl zum Oberhaus am 21. Juli mitten im Wahlkampf. Seine Koalition kann Umfragen zufolge auf einen klaren Sieg und die Mehrheit hoffen. (APA/Reuters)


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