Norwegen schockiert über Fotos von Unfallopfern im Internet

Bilder von schwerverletzten Unfallopfern wurden von Rettungsmitarbeitern in Sozialen Netzwerken veröffentlicht. Die Aufsichtsbehörden orten einen eklatanten Bruch der Schweigepflicht.

Oslo - Norwegische Rettungsangestellte haben mehrfach Einsatzfotos auf Internetforen veröffentlicht, auf denen unter anderem schwer verletzte Patienten zu sehen waren. Die Aufsichtsbehörden schlugen nun Alarm. Der Osloer Datenschutz sieht im Öffentlichmachen von derartigen Fotos auf Facebook oder in ähnlichen Sozialen Netzwerken einen eklatanten Bruch der Schweigepflicht. Ernste Bedenken hat auch die norwegische Gesundheitsbehörde.

Beide Behörden appellierten an sämtliche Angestellten im Gesundheitswesen, derartige Handlungen künftig zu unterlassen und insbesondere keine Fotos von akuten Notfällen oder sonstige personenbezogene Fotos und Daten online zu stellen. Man wolle damit verhindern, dass sich derartige Vorfälle zu einer gängigen Praxis entwickeln, sagte Jo Kittelsen, Vize-Direktor der staatlichen Gesundheitsbehörde in Oslo.

Der Vertreter des Fachverbands der Rettungsdienste, Hans Martin Aase, warnte in der christlich orientierten Tageszeitung „Vaart Land“ (Donnerstag-Ausgabe) zudem davor, dass das Vertrauen der Patienten in das Personal und der Respekt vor dem ganzen Spitalsektor leiden könnte. Auch der Konsumentenschutz meldete sich zu Wort. Ombudsfrau Gro Snortheimsmoen Bergfjord bezeichnete die Vorkommnisse als „völlig verwerflich“. (APA)

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