Mugabe attackiert „verrückte“ USA wegen Kritik an Wahlplanung

Simbabwes Präsident Mugabe erklärte, wer trotz Ablaufs der Legislaturperiode Wahlen ablehne, „weil eine Partei die Sicherheitskräfte reformieren will“, der argumentiere „völlig verrückt“.

Harare/Washington - Der simbabwische Präsident Robert Mugabe hat mit harschen Worten Kritik der USA an seiner Wahlplanung zurückgewiesen. „Amerika muss verrückt sein, völlig wahnsinnig“, sagte Mugabe bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Stadt Chinhoyi am Donnerstag. „Haltet bitte eure rosa Nase aus unseren Angelegenheiten heraus“, rief der 89-Jährige den USA zu.

Mugabe hatte im Alleingang den 31. Juli als Termin für die Parlaments- und Präsidentenwahlen festgelegt. Das Verfassungsgericht bestätigte später die Planung. Ministerpräsident Morgan Tsvangirai, ein erbitterte Widersacher Mugabes, hatte jedoch gefordert, die Wahlen später abzuhalten und in der Zwischenzeit noch mehrere Reformen zu beschließen. Unter anderem wollte Tsvangirai die Sicherheitskräfte umbauen, deren Führung mit Mugabe-Getreuen besetzt ist. US-Präsident Barack Obama forderte Simbabwe im Juni auf, sich vor den Wahlen zunächst um wichtige Reformen zu kümmern.

Mugabe erklärte in Chinhoyi, wer trotz Ablaufs der Legislaturperiode Wahlen ablehne, „weil eine Partei die Sicherheitskräfte reformieren will“, der argumentiere „völlig verrückt“. Der Präsident warf den USA zugleich Rassismus vor. „Es gibt eine Menge Rassismus in eurem Land“, sagte Mugabe. „Eure Gefängnisse sind immer noch voll von Schwarzen.“

Tsvangirai und Mugabe sind erbitterte politische Rivalen und teilen sich die Macht aufgrund einer einer widerwillig eingegangenen Vereinbarung. Mugabe ist in Simbabwe seit 33 Jahren an der Macht. (APA/AFP)


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