Zug zu spät, hohe Strafe: Heuer 500 Beschwerden von Bahnfahrern

Mit Stichtag heute, Dienstag, sind 2013 bereits 498 Beschwerden beim Bahnregulator eingegangen.

Symbolfoto
© ÖBB

Wien - Hunderte Österreicher haben sich heuer so sehr über die ÖBB oder andere Bahnunternehmen geärgert, dass sie sich an die Schlichtungsstelle der Schienen-Control wandten. Am öftesten beschwerten sie sich über Strafzahlungen oder Inkassoforderungen, mit denen sie wegen eines fehlenden oder falschen Tickets konfrontiert waren. Viele wussten nicht, dass man in ÖBB-Regionalzügen (seit Jahren) keinen Fahrschein kaufen kann, sondern vorher zum Schalter oder Automaten muss. Auch Fahrpreiserstattungen und Verspätungsentschädigungen waren ein Thema.

Andere Bahnfahrer fühlten sich die bei der Erstattung entstehenden Kosten nicht ausreichend informiert. Auch, dass bestimmte Tickets nicht zurückgegeben werden können, hätten sie gerne gewusst.

Mit Stichtag heute, Dienstag, sind 2013 bereits 498 Beschwerden beim Bahnregulator eingegangen. In mehr als 370 Fällen wurde ein Schlichtungsverfahren eingeleitet, die fast zur Gänze positiv abgewickelt wurden. Die Beschwerdeführer bekamen entweder Geld zurück, Gutscheine oder Strafnachlässe - insgesamt 14.300 Euro. 2012 hatte es 986 Beschwerden gegeben.

Wenn ein Zug im Fernverkehr mehr als 60 Minuten Verspätung hat, bekommen Reisende 25 Prozent ihres Ticketpreises zurück. Ab 120 Minuten erhöht sich der Anspruch auf 50 Prozent. Im Nahverkehr erhalten Jahreskartenbesitzer zehn Prozent der Kosten einer Monatskarte, wenn in einem Monat mehr als fünf Prozent der Züge unpünktlich sind. Diese Regelung ist erst seit Juli 2013 in Kraft, zuvor konnten die Bahnen ihre Pünktlichkeits-Sollwerte selbst festlegen. Zu Entschädigungen bei Verspätungen im Fernverkehr sind die ÖBB bereits seit 2010 gesetzlich verpflichtet.

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Neuerdings gibt es auch Geld retour, wenn Kunden kein Papierticket vorweisen können. Bisher hatten die ÖBB beim Entschädigungsantrag stets den Originalfahrschein verlangt, ergo SMS-Tickets und elektronische, über die unternehmenseigene Ticket-App erworbene Belege nicht anerkannt. „Wir haben die Problematik mit der ÖBB-Personenverkehr AG diskutiert. Sie gewährt nun auch für diese Tickets eine Verspätungsentschädigung“, teilte Schienen-Control-Geschäftsführerin Maria-Theresia Röhsler mit. (APA)


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