Nicht genügend für Bahnhof Kufstein

Den Fahrgästen gefällt in Tirol der Bahnhof Kufstein am wenigsten. Die ÖBB versprechen eine Attraktivierung.

© Michael Mader

Von Michael Mader

Kufstein –Dass der in den 80er-Jahren umgebaute Bahnhof in Kufstein kein Schmuckstück ist, weiß in Kufstein jeder. Dass er bei einer Befragung von mehr als 15.000 Fahrgästen durch den Verkehrsclub Österreich (VCÖ) tirolweit am letzten Platz landete und österreichweit nur noch zwei Bahnhöfe schlechter bewertet wurden, verwunderte dann doch den einen oder anderen Festungsstädter.

Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel spricht von einem Zweckbau, der wirklich nicht sehr schön ist: „Gerade als Eintritt nach Österreich und als zweitgrößte Stadt von Tirol.“

VCÖ-Sprecher Christian Gratzer weiß, welche Kriterien den Fahrgästen wichtig sind: „Unter anderem die Erreichbarkeit des Bahnhofs mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Sauberkeit, die Barrierefreiheit und eine angenehme Aufenthaltsmöglichkeit. Da muss man sich jetzt in Kufstein fragen, ob diese Dinge gut gelöst sind.“

Günter Oberhauser, Projektleiter der ÖBB-Infrastruktur, verweist in diesem Zusammenhang auf Verhandlungen mit der Stadt und dem Verkehrsverbund Tirol: „Im Frühjahr haben wir den neuen Lift zum Steg in Betrieb genommen. Er hat jetzt mehr Ladefläche und vermittelt mehr Sicherheitsgefühl.“

Der Steg ist die fußläufige Verbindung vom Ortsteil Zell mit dem Bahnhof und vor allem die Anbindung des „Park & Ride“-Parkplatzes. „Es werden aber noch weitere Maßnahmen folgen. Unter anderem soll noch im Oktober mit dem Abbruch des großteils leerstehenden Nordteils des Bahnhofsgebäudes begonnen werden“, weiß der Projektleiter. Dort werden dann ein überdachter Bus-Terminal, Behindertenparkplätze, Taxistandplätze und ein Platz zum Ein- und Aussteigen entstehen. Laut Oberhauser ist das Projekt bereits ausfinanziert. Bis zum Jahr 2015 dürfte dann statt der provisorischen „Park & Ride“-Anlage ein Parkdeck mit Lift zum Steg gebaut werden.

„Auch die WC-Anlagen werden renoviert und wir hätten gerne wieder einen Gastronomiebetrieb im Bahnhof“, erläutert Oberhauser, der sich sicher ist, dass Kufstein dann im Ranking vorrutschen wird.

„Auch den Bahnhofsvorplatz werden wir attraktiver gestalten. Es kann nicht sein, dass man aus dem Bahnhof herauskommt und bei den Waschbetontrögen ansteht“, bestätigt Krumschnabel, dass es auch dafür bereits Pläne gibt. Wie auch den Fahrgästen ist dem Stadtchef neben einer verkehrstechnisch besseren Anbindung auch eine optische Verbesserung wichtig: „Ich habe kein Problem damit, dass Kufstein den Fahrgästen am wenigsten gefallen hat, wenn wir dafür in Zukunft den schönsten Bahnhof haben.“


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