Missbrauch: Platzwart bleibt ohne Strafe

Innsbruck – Was passierte im Sommer 2002 in der Umkleidekabine eines Fußballplatzes zwischen dem damaligen Platzwart und einem neunjährigen ...

Innsbruck –Was passierte im Sommer 2002 in der Umkleidekabine eines Fußballplatzes zwischen dem damaligen Platzwart und einem neunjährigen Buben? Mit dieser Frage musste sich gestern das Innsbrucker Landesgericht beschäftigen. Dem heute 49-Jährigen wurde der schwere sexuelle Missbrauch an dem Buben vorgeworfen. Am Ende gab es einen Freispruch für den Mann, der längst nicht mehr als Platzwart arbeitet. „Im Zweifel“, wie Richterin Christine Gstrein ausdrücklich betonte.

Denn irgendwas, so war sich das Gericht sicher, sei sicher vorgefallen. „Daran besteht kein Zweifel. Es war im Endeffekt aber zu wenig, um darauf einen Schuldspruch zu stützen“, sagte Gstrein. Die Richterin erkannte bei dem mehrfach vorbestraften Mann „auch eine gewisse Neigung“, doch die Aussagen des damals Neunjährigen und eines weiteren Buben, der damals öfter auf dem Fußballfeld gespielt hatte, wiesen einige Widersprüche auf. Auch die Frage, warum die Beschuldigung erst nach über zehn Jahren aufgetaucht ist und das vermeintliche Opfer nicht einmal den richtigen Namen des Beschuldigten kannte, blieb unklar.

Der 49-Jährige, der sich 2002 im gelockerten Strafvollzug (Freigang) befand, hatte den Kontakt bestritten und sich nicht schuldig gezeigt. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich von der Schuld des Mannes überzeugt und legte sofort Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde ein. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

Der heute 20-Jährige hatte angegeben, er leide immer noch unter den damaligen Vorfällen und habe die Sache angezeigt, um damit abschließen zu können. Der Mann habe ihm damals Geschenke gemacht und habe ihn sexuell missbraucht. (mw)

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