Zwischen Geschenk und Punkte-Klau

Der FC Wacker gastiert heute ab 19 Uhr mit personellen Problemen und als krasser Außenseiter beim Champions-League-Teilnehmer Austria Wien. Seit mehr als 600 Minuten gelang kein Tor gegen die Violetten.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Während sich die Wiener Austria zwar auf die Champions-League-Millionen freute, aber auch über die Auslosung der Gruppenphase ärgerte, wurde in Innsbruck ein Geschenkskorb mit Tiroler Spezialitäten zusammengestellt. Den wird Wacker-Kapitän Alex Hauser heute ab 19 Uhr vor dem Anpfiff an die Violetten überreichen. „Ich hab’ daheim auf der Couch mitgezittert und werde ihnen natürlich auch zur Champions League gratulieren, weil das dem österreichischen Fußball Reputation verleiht“, zollt Wacker-Coach Roland Kirchler dem Ligakonkurrenten Respekt.

Damit soll auch schon wieder Schluss mit schwarzgrünen Geschenken sein. Ganz im Gegenteil – der FC Wacker nimmt sich zumindest fest vor, aus der Generali-Arena etwas mitzunehmen. „Es wird Zeit, dass wir einmal zu null spielen und gegen einen Großen etwas holen“, gab sich Sebastian Siller, der an der Seite des Spaniers Egoitz Jaio im Abwehrzentrum dichtmachen soll, vor der Abfahrt Richtung Osten kämpferisch.

Tiroler Siege am Verteilerkreis hatten in der Vergangenheit absoluten Seltenheitswert. Der letzte Dreier wurde am 29. August 2010 eingefahren. Marcel Schreter, Julius Perstaller und Boris Prokopic schossen damals die Tore. Von den letzten 15 Heimspielen hat die Austria eben nur dieses eine verloren. Die letzten drei Auftritte in Favoriten brachten für die Tiroler genau gar nichts: keinen Punkt und auch kein Tor geschossen. Seit nunmehr schon 600 Minuten haben die Wiener kein Tor mehr gegen die Tiroler kassiert. In der vergangenen Meistersaison verbuchte die Austria vier Siege bei einem Torverhältnis von 12:0! „Wacker“-Spezialist Philipp Hosiner traf gleich fünfmal.

Wie kann bzw. muss sich das ändern? „Hängt auch von der Austria ab. Wenn sie die Champions League im Kopf haben, können wir sie vielleicht überraschen. Aber das glaube ich nicht, denn sie müssen gegen uns unbedingt gewinnen, um in der Liga nicht noch mehr an Boden zu verlieren“, ist sich Kirchler sicher, dass Trainerkontrahent Bjelica die stärkste Elf aufbietet. Bei den Tirolern fehlten im Bus nicht nur die gesperrten Tomáš Abrahám und Stipe Vucur, sondern auch die Langzeitverletzten Christoph Saurer, Miro Milosevic sowie U 21-Teamspieler Christian Schilling, der mit einer schmerzhaften Sohlenverletzung ausfällt. „Dafür sind Hinterseer und Kofler dabei. Auch Hauser sollte auflaufen können“, kann Kirchler auf ein in dieser Woche angeschlagenes Trio zurückgreifen: „Schmerzen sind ein treuer Wegbegleiter im Profifußball. Das weiß ich nur zu gut aus meiner aktiven Zeit. Aber dafür gibt’s ja Schmerztabletten.“

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Nur zerstören und versuchen, hinten einen Riegel aufzubauen, wäre für Kirchler das falsche Rezept: „Das ist schon gegen Salzburg in die Hosen gegangen. Mit drei Sechsern fangen wir sicher nicht an. Wir versuchen, unser offensives Spiel auch bei der Austria durchzuziehen.“ Auswärts haben die Schwarzgrünen schließlich auch eine kleine Serie zu verteidigen – in den drei bisherigen Saisonspielen blieb man ungeschlagen. Was nach dem Schlusspfiff heute ab 20.45 Uhr weiter Bestand haben soll.


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