Von tanzenden Massen und „Verdauungsathleten“

Höher, schneller, weiter – vergangenen Donnerstag erschien das „Guinnessbuch der Rekorde 2014“. Einige der dort gelisteten Rekorde wurden von Tirolern aufgestellt.

Von Judith Sam

Sie wollten schon immer wissen, wer 100 Meter am schnellsten in High Heels zurücklegt oder wer der „Verdauungsathlet“ ist, der eine Flasche Ketchup per Strohhalm binnen 32,37 Sekunden leert? Das „Guinnessbuch der Rekorde 2014“, das man seit Donnerstag kaufen kann, gibt Antworten auf diese vielleicht nicht weltbewegenden, doch durchaus unterhaltsamen Fragen.

Seit 1955 erscheint dieses Buch der Superlative jährlich in mittlerweile über 100 Ländern und mehr als 20 Sprachen. Und auch nach gut 60 Jahren scheint das Interesse, in diesem Nachschlagewerk über Grenzgänger vertreten zu sein, ungebrochen. Denn mehr als 40.000 Rekordanfragen langen jährlich in der Guinness-Stammredaktion in London ein. Die übliche Bearbeitungszeit, wo kostenlos geprüft wird, ob der Rekord durchführ- und beweisbar ist, liegt bei knapp fünf Wochen. Allerdings gibt es auch eine rasche Variante – für 435 Euro wird der Antrag binnen drei Tagen geprüft.

Die Organisatoren des Tanzturniers World Masters haben diese Hürde bereits gemeistert. „Vergangenen Freitag haben wir in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße den Versuch gewagt, den Cha-Cha-Cha-Weltrekord aufzustellen“, erklärt Manuel Schaber von der Organisationsleitung. Es galt, den aktuellen Guinnessbuch-Eintrag zu überbieten, der besagt, dass 2569 Tänzer in New York gleichzeitig Cha-Cha-Cha tanzten.

Die Anforderungen der Guinnessbuch-Jury sind streng: „Es ging nicht nur darum, rund 2600 Personen zu finden, die gleichzeitig zwei Minuten lang tanzen. Wir mussten auch das gesamte Großevent auf Video aufzeichnen und zwei Notare engagieren, die die Zahl der teilnehmenden Tänzer beaufsichtigten.“ Pro 50 Tänzern war außerdem ein Ordner zu stellen, um die Sicherheit zu gewährleisten.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Zu Redaktionsschluss war noch nicht klar, ob die Innsbrucker genug Tanzinteresse für einen Guinness-Eintrag zeigten. Doch selbst wenn nicht – für Patrioten besteht kein Grund zur Sorge. Denn unter den 4000 im Guinnessbuch gelisteten Rekorden sind nicht nur die Deutschen Julia Plecher, die am schnellsten auf High Heels läuft, und der Ketchup-Schlürfer Benedikt Weber vertreten. Auf den 280 Seiten findet man auch etliche Einträge über Tiroler:

1 Rekord für Schwindelresistente: Der ehemalige österreichische Freestyle-Skiläufer Christian Rijavec schaffte es 2006, innerhalb von zehn Minuten 29 Rückwärtssalti auf Skiern zu vollführen.

2 Schuhplattler-Großaufgebot: 1296 Schuhplattler des Tiroler Landes-Trachtenverbands nahmen 2008 am größten Schuhplattler-Tanz teil.

3 Wohlgeformte Schneemassen: Das größte Iglu wurde 2011 vom Team der deutschen TV-Sendung Galileo im Kühtai aufgebaut.

4 Ein trauriger Rekord: Auch das ist im „Guinnessbuch zu finden“ – schätzungsweise 40.000 bis 80.000 Menschen verloren bei verheerenden Lawinen in den Tiroler Alpen während des Ersten Weltkrieges ihr Leben.

5 Rekord in Planung: Der Reuttener Architekt Armin Walch arbeitet an der längsten Hängebrücke der Welt. Die 403 Meter lange Verbindung von der Ruine Ehrenberg bis zum Fort Claudia soll im Sommer 2014 fertig sein.


Kommentieren


Schlagworte