Das war die Konfrontation der Tiroler Spitzenkandidaten

Bei den Nationalratswahlen geht es am 29. September auch darum, wer die Tiroler Interessen in Wien in Zukunft vertreten wird. Die TT hat dazu die Tiroler Spitzenkandidaten zum Konfrontationsgespräch eingeladen.

Innsbruck – Der Wahlkampf in Tirol ist das eine, danach im Parlament in Wien oder in der Regierung zu sitzen das andere. In der von TT-Chefreporterin Anita Heubacher moderierten Diskussion waren sich Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP), NR Gisela Wurm (SP), Peter Wurm (FPÖ), Georg Willi (Grüne), NR Gerhard Huber (BZÖ) und Walter Jenewein (Team Stronach) einig, dass sie Tirols Interessen auch im Hohen Haus immer im Blickfeld haben werden. Auf TT-Online wurde die eineinhalbstündige Debatte live übertragen, auch viele TT-Leser fühlten den Kandidaten auf den Zahn.

Beim zuletzt in der schwarz-grünen Landeskoalition heftig umstrittenen Lufthunderter als Vorleistung für die Wiedereinführung des sektoralen Lkw-Fahrverbots sorgte Karlheinz Töchterle für ein Lächeln bei Georg Willi. Töchterle kann mit der Tempobremse für gesündere Luft in Tirol leben. Das Verkehrsthema dominierte die Gesprächsrunde, wenngleich sich die Befürworter und Gegner von Tempo 100 die Waage hielten. Dass die Mautfreiheit auf der Autobahn in Kufstein zumindest bis zur Umsetzung der Begleitmaßnahmen gegen die drohende Mautflucht bleiben soll, forderten alle Spitzenkandidaten wie auch eine notwendige Bildungsreform. Und ein Weiteres hatten die Kandidaten gestern Abend gemeinsam: Für die Wahl am 29. September sind alle optimistisch. Georg Willi glaubt nicht, dass die Regierungsbeteiligung in Tirol den Grünen schaden werde. „Die Menschen spüren den Stimmungswandel und sehen, dass die Landesregierung offener und transparenter geworden ist.“

Die vollständige Aufzeichnung der Debatte:

Trotz der Debatten nach der Landtagswahl ortet Gisela Wurm eine gute Stimmung für die SPÖ in Tirol. „Die Bevölkerung ist mit der Politik auf Bundesebene und mit Bundeskanzler Werner Faymann zufrieden.“ Nach dem Stimmungstief im Frühjahr sieht Peter Wurm die blauen Sympathisanten laufen wie nie zuvor. „Von Stronach droht keine Gefahr. Das ist nichts Neues für uns, 2008 kandidierte auch Fritz Dinkhauser für den Nationalrat.“

Für Gerhard Huber ist der Wiedereinzug des BZÖ selbstverständlich. „Die Bauern stehen nicht mehr hinter der ÖVP, die sie enteigen will“, spielte er auf den Agrarstreit an. Walter Jenewein vom Team Stronach spürt vor allem eines: Rückenwind vom Teamchef. „Frank hat uns Starthilfe gegeben, wir sind mittlerweile ein gut arbeitendes Team.“


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