Larissas Verschwinden wird immer mysteriöser

Auch gestern verlief die Suche nach der 21-jährigen Reuttenerin Larissa ergebnislos. Laut Kripo gibt es vorerst keine Hinweise auf eine Straftat.

Von Katharina Zierl

Innsbruck, Rum –Das Verschwinden von Larissa gab der Polizei auch gestern Rätsel auf. Mehrere Gespräche mit dem Freund der Vermissten lieferten laut Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamts (LKA), keine neuen Erkenntnisse. Details der Befragung wollte Pupp gestern nicht bekannt geben. „Es gibt laut den bisherigen Ermittlungen keinen Verdacht auf eine Straftat. Ausschließen können wir zum jetzigen Zeitpunkt aber nichts“, erklärte der LKA-Chef.

In der Nacht auf Samstag verschwand die 21-jährige Reuttenerin. Zuletzt hat sie sich gegen halb vier Uhr morgens in der Wohnung ihres Freundes in Neu-Rum aufgehalten. Sie wolle nur schnell etwas aus dem Auto holen und komme gleich wieder, soll sie gesagt haben. Seither fehlt von Larissa jede Spur. Auch das Handy ist seither ausgeschaltet – die TT berichtete.

„Wir nehmen diesen Fall sehr ernst. Das Verschwinden ist besorgniserregend, weil die junge Frau laut Angaben ihrer Familie als sehr verlässlich gilt“, sagt Pupp. Sich tagelang einfach nicht zu melden, weiche stark vom üblichen Verhalten der 21-Jährigen ab, erklärt der LKA-Chef.

Grundsätzlich habe jeder Erwachsene das Recht darauf, seinen Aufenthaltsort frei zu wählen und müsse auch niemandem darüber Auskunft erteilen. „Deshalb ist für eine rasch eingeleitete Suchaktion ausschlaggebend, ob das Verschwinden vom Normalverhalten einer Person abweicht. Taucht etwa jemand regelmäßig zwei Tage, ohne sich zu melden, wegen einer Zechtour ab, ist es besser, erstmal abzuwarten“, betont Pupp. Bei Kindern und Jugendlichen sei das naturgemäß anders: „Hier ist es wichtig, dass möglichst rasch eine Vermisstenmeldung bei der Polizei gemacht wird.“ Damit eine Suchaktion eingeleitet werden kann, brauche man „irgendwelche Anhaltspunkte“, sagt der Leiter des LKA.

„Im Fall der verschwundenen Reuttenerin ist das der letzte Aufenthaltsort. Deshalb wird im Bereich Rum intensiv gesucht“, erklärt Pupp. Auch der Polizeihubschrauber sowie Spürhunde standen gestern im Einsatz. Wie lange nach einer Person gesucht wird, hänge von verschiedenen Faktoren ab: „Im Fahndungsregister bleiben die Vermissten aber auf jeden Fall über viele Jahre.“

Das ungewisse Schicksal der 21-Jährigen sorgt auch im Internet für große Anteilnahme. Allein auf den Suchaufruf auf der Seite www.tt.com wurde bis gestern rund 10.000 Mal hingewiesen. Auf Facebook bittet die Familie ebenfalls um Hinweise.

Wie schwer es ist, die vielen offenen Fragen über den Verbleib einer geliebten Person auszuhalten, beschreibt die Innsbrucker Psychologin Karin Urban: „Die Ungewissheit ist furchtbar. Nicht zu wissen, was los ist, ist so ziemlich das Schlimmste.“ Vor allem wenn Personen über einen langen Zeitraum vermisst werden, sei die Belastung immens: „Weil der Trauerprozess nicht einsetzen kann. Immer wieder schöpfen die Angehörigen auch nach langer Zeit Hoffnung.“ Werden Menschen über Jahre vermisst, müssten Familie und Freunde langsam lernen, mit dem Verlust zu leben. „Nicht vergessen, aber versuchen zu akzeptieren“, sagt Urban.


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