Vom Lechtal in die neue Skidimension

Die rechtzeitige Fertigstellung der Verbindungsbahn zwischen den Skigebieten Warth-Schröcken und Lech-Zürs ist sicher. Die Touristiker im Lechtal jubeln und bewerben intensiv die Nähe zum Skigebiet Arlberg.

Von Simone Tschol

Lechtal, Warth, Lech –Der Arlberg gilt weltweit als Wiege des alpinen Skilaufs. Lange Zeit war der mondäne Wintersportort Lech für Winterurlauber aus dem Lechtal und dem Bregenzer Wald unerreichbar. Die Straße ist während der schneereichen Jahreszeit gesperrt, eine Liftverbindung fehlte. Bis jetzt: Am 6. Dezember startet das Skigebiet Warth in die Wintersaison und heuer auch in eine neue Skidimension. Rechtzeitig zum Saisonbeginn wird nämlich der Auenfeldjet, eine 10er-Gondel-Einseil-Umlaufbahn fertig. Das 12 Mio. Euro teure Projekt (inkl. Lawinensicherung) verbindet erstmals die beiden Skigebiete Warth-Schröcken und Lech-Zürs.

„Es muss nur noch das Seil eingezogen werden. Sonst sind die Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen“, erklärt Günter Oberhauser, Geschäftsführer der Skilifte Warth, auf Anfrage der TT.

Die rund zwei Kilometer lange Verbindungsbahn mit einer Beförderungskapazität von 1490 Personen pro Stunde stellt nicht nur für die Skifahrer und Snowboarder, sondern auch für die Skilifte Warth eine Aufwertung dar. „Wir hatten bislang kaum Möglichkeiten, uns am Markt zu positionieren und auf uns aufmerksam zu machen. Der Anschluss an das Skigebiet Ski Arlberg bringt uns quasi in die Champions League“, zieht Oberhauser einen fußballerischen Vergleich.

Aber nicht nur auf Warther Seite, auch bei Lech-Zürs-Tourismus ist die Vorfreude groß. „Es war klar, dass irgendwann eine Verbindung her muss. Wer die Straße kennt, weiß, dass das im Winter schwierig ist. Und einen Lift baut man auch nicht von heute auf morgen. Da waren sehr viele Verhandlungen – auch mit den Grundbesitzern – nötig“, lässt Pressesprecherin Pia Herbst wissen und fügt hinzu: „Aber es ist sicher auch für unsere Gäste ein zusätzliches Angebot und entspricht genau unserem Slogan ‚Mehr Zeit, mehr Raum’.“

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Aufbruchsstimmung herrscht unterdessen im Lechtal. TVB-Obmann Egon Brandhofer erwartet sich nicht nur neue Gäste, sondern auch eine bessere Wertschöpfung. Die Nähe zur Großskischaukel am Arlberg wird schon jetzt intensiv beworben. „Wir haben jetzt die kürzeste Anreise von der A7 zum Arlberg“, freut sich Brandhofer. Auch eine neue Grafik auf der Homepage verdeutliche die Nähe zum Arlberg.

Einen kräftigen Aufschwung erwartet sich auch TVB-Geschäftsführer Michael Kohler – wenn auch mit Verzögerung: „Ich habe zwar schon gehört, dass Urlaubsbuchungen von Gruppen aufgrund der neuen Liftverbindung vorliegen. Die Nächtigungszahlen werden sicher erst in zwei Jahren merklich nach oben gehen. Aber jetzt können die Betriebe im oberen Lechtal kräftig die Werbetrommel rühren.“

Der Arlberg-Tagespass wird für 48 Euro erhältlich sein. Dann können Skifahrer von Warth aus den legendären Weißen Ring (22 km und 5500 Höhenmeter) bezwingen.


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