Costa Concordia: Die Jagd nach dem Schatz im Schiff

Vor Wintereinbruch muss das aufgerichtete Schiff noch stabilisiert, der Schiffsrumpf teilweise repariert werden. Experten schätzen außerdem, dass sich im Schiff noch Geld und Schmuck im Wert von zehn Millionen Euro befinden.

Das Wrack der "Costa Concordia" vor der Insel Giglio.
© Reuters/Gentile

Giglio - Nach der erfolgreichen Aufrichtung der Costa Concordia vor der Insel Giglio stehen den Technikern des mit der Bergung beauftragten italo-amerikanischen Konsortiums Titan-Micoperi weitere arbeitsreiche Wochen bevor. Vor Wintereinbruch muss das Schiff stabilisiert werden, der Schiffsrumpf muss teilweise repariert und mithilfe mehrerer Stahlcontainer als Auftriebskörper gestärkt werden. Damit soll die Costa Concordia für die raue Winterzeit gerüstet sein.

Experten haben bereits begonnen, die Schäden an der Steuerbordseite, die monatelang auf den Felsen gelegen hatte, zu untersuchen. Sie seien zwar „gewichtig, aber kleiner als befürchtet“, sagte Franco Gabrielli, der Leiter des italienischen Zivilschutzes.

Voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer 2014 soll das Schiff in einen Hafen am Festland geschleppt werden. Zumindest auf einen weiteren Winter mit dem rostenden Schiff stellt sich die Insel Giglio also ein. Danach wird das Wrack verschrottet, möglicherweise im nahegelegenen Hafen von Piombino, vielleicht auch in Neapel oder Palermo. Spekuliert wird sogar, dass die Costa Concordia vom Monsterschiff Vanguard im Besitz einer niederländischen Schifffahrtsgesellschaft bis zu den Werften der „Hyundai Heavy Industries“ im südkoreanischen Ulsan geschleppt und dort zerlegt werden könnte.

Doch bevor es dazu kommt, müssen nach einigen Sicherheitschecks noch die Schiffsflure durchkämmt werden, in denen die Leichen von zwei vermissten Passagieren vermutet werden. Elio Vincenzi hofft darauf, seine Ehefrau Maria Grazia Tricarico zu finden. Neben Vincenzis Frau wird auch ein indischer Kellner weiterhin vermisst. Die Zivilschutzbehörden wollen spätestens in den nächsten Tagen mit der Suche beginnen. Eine Tauchermannschaft steht zum Einsatz bereit.

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In den nächsten Tagen sollen die Kabinen und die 1500 Schließfächer der Costa Concordia in Anwesenheit von Staatsanwälten geöffnet werden. Ihr Inhalt wird untersucht und wenn möglich den Passagieren zurückgegeben. Experten schätzen, dass sich im Schiff noch Geld und Schmuck im Wert von zehn Millionen Euro befinden, die die Passagiere vor der Havarie nicht in Sicherheit bringen konnten. Schmuck befindet sich auch in den Juweliershops und der Bank des Luxusliners. An Bord hingen außerdem Gemälde von namhaften Künstlern wie Arnaldo Pomodoro und Emilio Tadini sowie japanischer Maler, die einen beträchtlichen Wert haben, berichtete die römische Tageszeitung „Il Messaggero“. (APA)


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