Künstler empört über Steuerregelung

Wien – „Heiße Luft“ oder „letzter Dreck“? Eine Änderung im Einkommenssteuergesetz bei bildenden Künstlern in Österreich hat für heftige Krit...

Wien –„Heiße Luft“ oder „letzter Dreck“? Eine Änderung im Einkommenssteuergesetz bei bildenden Künstlern in Österreich hat für heftige Kritik gesorgt. Der neuen Regelung zufolge können Arbeitsmaterialien, die mehr als 5000 Euro kosten, nur noch dann von der Steuer abgesetzt werden, wenn das Kunstwerk auch verkauft wurde, berichtete ORF III am Mittwoch in „Kultur Heute“. Für Künstler mit hohen Anschaffungskosten – etwa für große Skulpturen oder bei der Arbeit mit teuren Materialien – sei die Regelung besonders gravierend. Mehrere Künstler, darunter Erwin Wurm, Eva Schlegel und Brigitte Kowanz, haben eine schriftliche Beschwerde bei Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) eingebracht. Die SPÖ forderte am Donnerstag eine Evaluierung der Situation.

Wurm erklärte in der ORF-Sendung, er habe jährliche Produktionskosten für Skulpturen von 600.000 bis 700.000 Euro. Diese würden nur zum Teil im gleichen Jahr, größtenteils erst Jahre später verkauft. Für ihn bedeute die „klamm und heimlich“ umgesetzte Regelung, „entweder als Künstler aufzuhören, was nicht infrage kommt“, oder ins Ausland zu gehen. „In diesem Land wird man als Künstler, Kreativer oder Freiberufler wie der letzte Dreck behandelt“, so Wurm.

Das Finanzministerium verteidigte die Gesetzesänderung laut dem Bericht mit einem Verweis auf „gezieltes Ausnützen“ der „Steuerlücke“ in der Vergangenheit. Am Donnerstag wehrte sich das Ministerium gegen Vorwürfe einer „künstlerfeindlichen Gesetzesänderung“. „Künstler können das weiterzuverarbeitende Material immer als Betriebsausgabe absetzen“, das gelte „für alle Materialien“, stellte ein Sprecher des Ministeriums klar. Zwischen Erwin Wurm und Ministerin Fekter habe es auch bereits ein klärendes Gespräch gegeben: „Die ganze Aufregung ist heiße Luft.“ (APA, TT)

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