Der Browser ist längst die wichtigste Software

Chrome und Firefox haben die etablierten Browser längst überholt. Mit ihnen wird das Surfen angenehmer und schneller.

Von Georg Holzer

Innsbruck –Egal, ob wir E-Mails lesen, Nachrichten konsumieren, einkaufen oder uns in sozialen Netzwerken unterhalten – der Webbrowser ist längst zum wichtigsten Programm auf dem Computer geworden. Weil immer mehr online passiert, kommt dem Browser wachsende Bedeutung zu.

Umso unverständlicher ist, dass viele Nutzer den Standard-Browser ihres Betriebssystems nicht austauschen oder zumindest aktualisieren. Sowohl der Internet Explorer (IE) für Windows als auch der Safari am Mac haben Konkurrenten, die ihnen teilweise haushoch überlegen sind. Die Alternativen sind schneller und bieten mehr Erweiterungsmöglichkeiten.

Die alternativen Surfprogramme sind vor allem sicherer. Erst letzte Woche rief Microsoft Nutzer des IE 8 und IE 9 zum dringenden Handeln auf: Durch eine Sicherheitslücke könne man sich leicht Schadsoftware einfangen. Um dies zu verhindern, muss manuell (support.microsoft.com/kb/2887505) ein Update eingespielt werden. Am automatischen Schließen der Lücke mittels Update wird noch gearbeitet. Wer Microsofts Browser verwenden will, sollte dies ausschließlich in der neuesten Version 10 machen. Das Problem dabei: XP-Nutzer bleiben außen vor und hier muss man explizit vor dem Internet Explorer warnen. Auch wenn sich Microsoft mittlerweile an Standards im Web hält, gibt es dennoch bessere Browser als den IE 10 und den kommenden IE 11.

Das Tempo der Browser-Entwicklung ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und wird vor allem von Googles Chrome getrieben. Alle sechs Wochen erscheint eine neue Version und vom Update bekommt der Nutzer gar nichts mit, denn es passiert einfach. Aktuell steht der Webseitenanzeiger bei Version 29.

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Laufend werden auch beim Firefox Fehler ausgebessert und neue Funktionen integriert. Diese lassen sich speziell bei Firefox und Chrome auch über zahllose Erweiterungen hinzufügen. Für IE und Safari ist abseits von sinnlosen Toolbars gerade einmal eine Handvoll nützlicher Add-ons verfügbar.

Neben Erweiterbarkeit und Funktionsfülle ist es das Tempo, das für Chrome und Firefox spricht. Immer aufwendigere Webanwendungen bringen ältere Browser enorm ins Schwitzen und sorgen für Frust beim Surfen. Zudem sind manche alten Browser überhaupt nicht mehr in der Lage, moderne Websites in all ihrer Pracht anzeigen zu können.

Opera ist als Alternative etwas ins Abseits geraten. Die Hersteller des norwegischen Browsers stellten unlängst den kompletten Unterbau um. Im Hintergrund werkt die gleiche Software wie bei Chrome. Um die Umstellung so einfach wie möglich zu machen, reduzierte man vorerst den Funktionsumfang und änderte dann sogar noch die Tastenkürzel, was einige Opera-Freunde arg verprellte. Dafür lassen sich auch viele der Chrome-Erweiterungen nutzen.

Die Top vier Browser in Österreich

Google Chrome: Die rasante Entwicklung bringt viele technische Leckerbissen ins Web. Mit der kryptisch klingenden Technik WebRTC wird der Browser zur Plattfom für Echtzeitkommunikation mit Live-Videokonferenzen. Chrome gilt auch als Musterschüler für die Unterstützung von Webstandards. Download: chrome.google.at

Firefox: Der einst aus Netscape hervorgegangene Browser ist der Liebling all jener, die auf Privatsphäre achten. Auch er unterstützt WebRTC und bringt jede Menge Erweiterungen mit. In letzter Zeit gaben die Entwickler ordentlich Gas. An einem komplett neuen Unterbau (Rendering Engine) wird gearbeitet. Infos: www.firefox.com

Internet Explorer: Lange Zeit war er vor allem bei Web­entwicklern verhasst, weil sich Microsoft partout nicht an Standards im Web gehalten hat. Zuletzt wurde dies besser und das Entwicklungstempo stieg. Jedes Jahr ein Browser-Update zu machen, ist dennoch reichlich wenig. Empfehlung: Alternativen anschauen.

Safari: Vom Einsatz auf einem PC ist abzuraten, da Apple die Windows-Version seit einem Jahr nicht mehr aktualisiert hat. Auch am Mac gibt mit Firefox und Chrome bessere Alternativen. Weil Apple am iPhone und iPad nur dem eigenen Browser alle Möglichkeiten offenlässt, ist der Safari in diesem Tandem erste Wahl.

Chrome war auch der erste Browser, der eine Synchronisation bietet. Meldet man sich – was nicht Pflicht ist – mit seinem Google-Konto an, werden alle Favoriten und Einstellungen automatisch und in Echtzeit mit anderen Geräten abgeglichen. Benutzt man mehrere Logins auf einzelnen Webseiten, kann man zwischen diesen recht einfach hin- und herschalten. Der Firefox kann beides prinzipiell auch. Für Letzteres wird aber eine Erweiterung wie „Multifox“ benötigt.


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