Facebook-Gruppe sucht unermüdlich nach Larissa

Viele Hinweise sind bisher zum Verschwinden von Larissa B. beim LKA eingegangen, doch keiner war wirklich zielführend. Eine Facebook-Gruppe gibt indes die Suche nicht auf.

Sowohl in Innsbruck (Bild) als auch in Reutte trauerten Hunderte Menschen um die junge Larissa.
© TT/Thomas Böhm

Innsbruck - Weiter keine Spur hat es am Freitag im Fall der vermissten Larissa B. gegeben. „Sie ist wie vom Erdboden verschluckt“, sagte der Leiter des Tiroler Landeskriminalamtes, Walter Pupp. Die bisher eingegangenen Hinweise seien „alle nicht zielführend oder teilweise sehr vage“ gewesen, erklärte Pupp.

Keinerlei Anhaltspunkte hat auch die Facebook-Gruppe „Wir suchen Larissa“, dennoch wird seit Dienstag unermüdlich nicht nur in Innsbruck sondern mittlerweile auch in anderen Tiroler Gemeinden gesucht. Laut Jasmin (30) und Diana (20), den beiden Initiatorinnen der Facebook-Gruppe, sind bei der Suche in Rum bei Innsbruck täglich etwa „100 bis 150 Leute im Einsatz“.

In kleinen Trupps werden die Helfer organisiert losgeschickt, auch Parks und Wälder werden durchforstet. „Wir haben am Anfang jeden Mülleimer ausgeleert“, erzählt eine junge Frau aus Neu-Rum. Während manche Flyer verteilen, bringen andere Mineralwasser oder belegte Brote am Parkplatz in Neu-Rum vorbei, wo sich die Gruppe täglich ab 17 Uhr zusammenfindet. „Am Sonntag haben die Leute frei, da wollen wir eine größere Suchaktion starten“, kündigt Diana an.

„Weil wir nicht wissen, wo wir suchen sollen, suchen wir eben überall“, fügt ihre Kollegin Jasmin hinzu. Beide Frauen kennen Larissa nicht. „Ihr Schicksal macht aber jeden betroffen, das sieht man ja auch an den vielen Unterstützern unserer Gruppe“, so Jasmin.

Aber auch die Einsatzkräfte überprüfen alle möglichen Orte. Wie etwa den Baggersee – am Donnerstag und Freitag durchkämmten Taucher der Berufsfeuerwehr, Wasserrettung und der Freiwilligen Feuerwehr Kufstein das Gewässer, das nur wenige Gehminuten vom letzten bekannten Aufenthaltsort (Siemensstraße in Rum) der 21-Jährigen entfernt ist.

Für die Taucher buchstäblich ein Fischen im Trüben – die Sichtweite im knapp 15 Meter tiefen Badesee beträgt nur 30 Zentimeter. Entsprechend waren die Taucher auf ihren Tastsinn angewiesen. Die Einsatzkräfte teilten die Wasserfläche in Raster ein, um bei der Suche ja keine Stelle auszulassen. Die Aktion blieb allerdings ohne Ergebnis. „Wir haben keinen Hinweis, dass Larissa in den See gestürzt ist“, so Walter Pupp, Chef des Landeskriminalamtes, zur Suchaktion: „Wir wollen einfach nur alle Möglichkeiten überprüfen.“ Am Wochenende soll nun noch einmal am Inn gesucht werden.

Die Blutspur, die bei der privaten Suchaktion am Dienstagabend unter der Zufahrtsrampe eines Rumer Möbelhauses entdeckt wurde, führte ebenfalls in eine kriminalistische Sackgasse: „Wie eine erste Untersuchung ergab, stammt das Blut nicht von einem Menschen“, begründet Pupp.

Serienverbrecher-Theorie bestätigt sich nicht

Die Theorie, dass ein Serienverbrecher für das Verschwinden von drei jungen Frauen im Raum Tirol/Südbayern verantwortlich ist, wurde mittlerweile auf tragische Weise widerlegt.

Zumal die Abgängigkeit von Isis Diefenthaler aus dem 120 Kilometer von Innsbruck entfernten Memmingen geklärt ist. Die bayerische Polizei konnte mittlerweile die Leiche der 25-Jährigen sicherstellen – Selbstmord. Auch die Leiche der in Bayern vermissten Israelin wurde entdeckt. Die 23-jährige Touristin verunglückte bei einer Bergtour in der Umgebung von Oberstdorf.

Abseits der Suche im Baggersee haben die Kriminalisten des Landeskriminalamtes alle Hände voll zu tun, um den zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung nachzugehen. So meldete ein Oberländer Zahnarzt auf Facebook, ein Autofahrer habe seine Assistentin verfolgt, den Wagen gestoppt und den mit Leintüchern ausgekleideten Kofferraum geöffnet. Die Frau flüchtete auf die andere Straßenseite. Der Zahnarzt versichert indes er sei nicht der Verfasser dieses Eintrages, es dürfte sich um einen schlechten Scherz gehandelt haben. Gerüchte wie diese sorgen zusätzlich für Verunsicherung, das mysteriöse Verschwinden von Larissa B. schürt Ängste. Etwa, wenn sich Kinder verspäten. (tt.com)


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