Weniger Abgas aus Kitzbüheler Kläranlage

Die Abwasserreinigung in Kitzbühel wurde modernisiert. Mit einem neuen Verfahren können 400 Tonnen des Treibhausgases CO2 jährlich eingespart werden.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –In Kitzbühel wird eingespart – bei den Finanzen und beim CO2-Ausstoß des Klärwerks. Seit Mai des Jahres kommt in der Kläranlage des Abwasserverbandes Großache Süd ein neues, revolutionäres Verfahren zum Einsatz. Dank der neuen Aufbereitung des Abwassers werden nicht nur Kosten für die Verbandsgemeinden gespart, sondern vor allem der Ausstoß des Klimagases CO2. „Wir arbeiten schon lange mit der Firma VTA zusammen und sind froh, dass in unserer Anlage nun als Erstes dieses neue Verfahren zum Einsatz kommt“, freut sich Bürgermeister Klaus Winkler.

Nach fast vier Monaten konnte nun auch eine erste, sehr positive Bilanz gezogen werden. Dank des neuen Verfahrens werden jährlich 400 Tonnen CO2 eingespart. „Um diese Menge aufzuarbeiten, würde es 32.000 Laubbäume benötigen, das ist immerhin ein Wald in der Größe von 155 Hektar“, ist Ulrich Kubinger, Chef der VTA, sichtlich zufrieden. Damit die Ergebnisse auch abgesichert sind, hat er sich den Universitätsprofessor Martin Wagner von der TU Darmstadt zur Seite geholt. „Die Kläranlage in Kitzbühel ist sehr gut geführt und die Einsparungen durch das neue Verfahren sind wirklich beträchtlich“, berichtet Wagner und er spricht von einem Meilenstein in der Klärung von Abwasser. „Die Art und Weise, wie wir Abwasser klären, feiert im kommenden Jahr den 100. Geburtstag. Es ist sehr schön zu sehen, dass diese Technik immer noch verbessert werden kann“, erklärt Wagner.

Der Universitätsprofessor kann sich den Einsatz des neuen Verfahrens in allen Kläranlagen Österreichs und Deutschlands vorstellen. Kitzbühel wäre mit 45.000 Einwohnergleichwerten eine kleinere Anlage. „Und schon hier ist die Einsparung beachtlich, das wäre auf ganz Österreich und Deutschland gerechnet schon eine enorme Einsparung an Treibhausgas“, sagt Wagner.

Dass man sich auch über den CO2-Ausstoß von Kläranlagen Gedanken macht, sei relativ neu, erklärt Kubinger. Zuerst war die Herausforderung, das Abwasser sauber zu bekommen, dann war es der Klärschlamm, der im Fokus gelegen ist – erst jetzt wird auch bewusst, wie hoch der Ausstoß des Klimagases ist. „Auch wenn es uns als VTA nicht freuen sollte, aber das Klärwerk Kitzbühel braucht dank dem neuen Verfahren etwa 30 Prozent weniger Klärmittel“, erläutert Kubinger.

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Auch der Leiter der Anlage, Sepp Steiner, bestätigt den Effekt: „Es ist zwar noch etwas kurz, aber die Verbesserungen sind spürbar.“ So verzeichnet er eine Energieeinsparung von acht bis zehn Prozent und auch der Klärschlamm wurde weniger. „Die finanzielle Einsparung für die Gemeinden ist aber nicht so wichtig wie die ökologische“, betont Bürgermeister Winkler.


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