Kenias Sicherheitskräfte haben Einkaufszentrum unter Kontrolle

Laut kenianischer Regierung befinden sich keine Geiseln mehr in dem Gebäude. Mehr als 60 Menschen wurden bei dem Geiseldrama in der Hauptstadt Nairobi getötet.

Nairobi - Fast drei Tage nach der Erstürmung eines Einkaufszentrums durch Extremisten in Nairobi haben die Einsatzkräfte den weitläufigen Komplex nach kenianischen Regierungsangaben gesichert. „Wir haben das Westgate unter Kontrolle“, schrieb das Innenministerium am Montagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. Kurz zuvor hatte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur AFP gesagt, es seien offenbar keine Geiseln mehr in dem weitläufigen Gebäudekomplex. Sicherheitskräfte würden das Einkaufszentrum durchkämmen und seien bisher nicht auf Widerstand gestoßen.

Kämpfer der somalischen Shabaab-Miliz hatten das Einkaufszentrum Westgate in der kenianischen Hauptstadt am Samstag gestürmt, auf Menschen geschossen und sich mit Geiseln in dem Komplex verschanzt. Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden bis zum Montagnachmittag 62 Menschen getötet und bis zu 200 weitere verletzt. Der Angriff löste international Entsetzen und Empörung aus.

Drei Terroristen getötet

Das Innenministerium bestätigte über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass drei der vermutlich 10 bis 15 Terroristen getötet worden seien. Weitere seien offenbar verletzt worden. Auch elf Soldaten wurden verwundet. Zehn Verdächtige seien im Zusammenhang mit dem Angriff festgenommen worden und würden derzeit verhört.

Gegen Montagmittag waren mehrere Explosionen und Schüsse zu hören, dann stieg aus einem Teil des Westgate Mall schwarzer Rauch auf. Sicherheitskreisen zufolge sprengten sich kenianische Truppen einen Weg in das Gebäude.

Kenias Militärchef Julius Karangi sagte, man habe es mit einer „multinationalen Ansammlung“ von Bewaffneten „aus aller Welt“ zu tun. „Wir kämpfen hier gegen den globalen Terrorismus.“

Der kenianische Staatschef Uhuru Kenyatta twitterte am Abend: „Als euer Präsident, als Politiker und als Kenianer spüre ich den Schmerz für jedes Leben, das wir verloren haben. Ich teile eure Trauer.“ Kenyatta hatte bei der Attacke einen Neffen und dessen Verlobte verloren. (APA/AFP/dpa/Reuters/tt.com)


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