Mandatare mit „Venet-Zahlen“ unzufrieden

Von Toni Zangerl...

Von Toni Zangerl

Landeck, Zams –Für heftige Debatten hat die Venet Bergbahnen AG in den jüngsten Gemeinderatssitzungen in Landeck und Zams gesorgt. In Landeck stand der Antrag auf nachträgliche Genehmigung der Auszahlung von 89.000 Euro als Restbetrag zum nicht bedeckten Abgang von 2012/2013, der laut Bilanz 347.806 Euro beträgt, auf der Tagesordnung. Die Auszahlung des Restbetrages erfolgte bereits im Juli, was Stadtrat Roland König zur Feststellung veranlasste, „dass entgegen früherer Praxis nicht mehr sämtliche Unterlagen über die Zahlungen an die Venetbahn vorgelegt werden“.

König sieht Handlungsbedarf: „Wir wollen Zahlen sehen. Nachreichen von Zahlungen sind nicht zu akzeptieren, jeder Gemeinderat muss die Zahlen sehen. Schließlich ist der Gemeinderat für das Geld verantwortlich. Zudem brauchen wir eine laufende Evaluierung der Rentabilitätsberechnung, etwa von der Venet-Gipfelhütte.“

Finanzreferent VBM Manfred Jenewein, zugleich Venet-Vorstand und bis Ende November Venet-Geschäftsführer, konnte der Kritik Königs nichts abgewinnen. Er erinnerte daran, dass man im Vorstand und Aufsichtsrat bemüht sei, über das Maß hinaus Zahlen zu liefern und größtes Interesse an Transparenz gegeben sei. Die Bilanz des jüngsten Geschäftsjahres (1. Mai 2012 bis 30. April) werde erst im Oktober vorliegen.

Über die Rentabilitätsberechnung der Venet-Gipfelhütte haben auch die Mandatare im Zammer Gemeinderat debattiert. GR Georg Steinwender hinterfragte die Preisgestaltung. Er ortet eine Querfinanzierung der Hütte durch die Bahn: „Das Preispaket mit Bahnfahrt plus Übernachtung kostet 35 Euro, macht 12 Euro für das Bahnticket und 23 Euro für die Übernachtung. Damit kann kein Vermieter im Talkessel konkurrieren. Da liegt Querfinanzierung der Gipfelhütte durch die Bahn auf der Hand.“

Vorstand BM Siggi Geiger konterte: „Es gibt keine Querfinanzierung. Die Berechnungen sind Durchschnittspreise und der Vorwurf der Konkurrenzierung von Betrieben im Talkessel ist ebenfalls nicht zutreffend.“ In Zams gebe es rund 600 Gästebetten, in der Venet-Gipfelhütte 120 Betten. „Bitte, wo soll da ein Problem sein“, fragt sich Geiger, „die Preisgestaltung wird in den kommenden Jahren entsprechend nachjustiert.“

Dass das zusätzliche Angebot der Gipfelhütte eine Bereicherung darstelle, wertete GR Herbert Frank als positiv. GR Mathias Venier betonte, „dass ein gemeindeeigener Betrieb wie die Venetbahn nicht mit öffentlichem Geld in Konkurrenz zu den Steuerzahlern im Ort auftreten darf“.


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