Bordellbilanzen gingen ans Finanzamt

Von Reinhard Fellner...

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Ein Stelldichein am Landesgericht gaben sich gestern der Betreiber eines Innsbrucker Nobel-Bordells, seine einstige Geschäftsführerin und Tirols bekanntester Türsteher. Die Türkin und der mit ihr weitschichtig verwandte Türsteher Ali P. sollen den Bordellbetreiber mit seiner Geschäftsgebarung erpresst haben.

Beide waren einst bei der Rotlichtgröße angestellt. Die Geschäftsführerin stand jedoch während eines Krankenstandes dann genauso schnell auf der Straße wie der schon zehnfach vorbestrafte Muskelkoloss. Wenig später trafen sie den Bordellbetreiber in einem Café. Und zwar, um „das dumme Gesicht zu sehen, nachdem man ihm eröffnet hatte, dass man seine Geschäftsunterlagen wegen Verdachts der Steuerhinterziehung schon der Kripo und der Finanz übergeben habe“.

Ganz anders die Version der Rotlichtgröße: „Sie sagte, sie hätten Angebote von der Polizei und der Finanz. Was mir denn eine Nichtaussage nun wert sei. Dazu drohte der Türsteher bei seinem Sohn, dass ich nun bluten werde! Wie soll ich das verstehen, Frau Rat? Dass sie mir ein Messer in den Bauch rammen oder dass ich zahlen muss?“

Das Zerwürfnis mit dem Bordellbetreiber ist tief: Wechselte die Bordellchefin doch zur Oberländer Konkurrenz und nahm Mädchen und Freier mit. Als sie ausstehenden Lohn einklagte, drohte der Ex-Chef der Türkin, ihre Eltern zu informieren, wo sie arbeitet. Was er offenbar nicht wusste: Die Frau hatte tatsächlich schon Kontakt mit der Polizei aufgenommen.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Verteidiger Roman Schobesberger folgerichtig: „Wer zeigt denn an und erpresst zugleich?“ Freispruch.


Schlagworte