Die Freude am Formen und Fahren

Mit dem M6 Gran Coupé bietet BMW einen doppelten Genuss an: Optisch verzaubert der Edel-Viertürer auf Anhieb; dynamisch verführt der eingebaute V8 mit 560 PS und 680 Newtonmetern Drehmoment.

Von Markus Höscheler

Innsbruck –Die Fahrzeugwelt bietet ein paar Modelle an, bei denen sich der Blick in die Preisliste verbietet. Edelschmieden wie Rolls-Royce und Bentley sind hier mit ihrem Angebot aufzulisten, ebenso die Sportmanufakturen Bugatti, Ferrari und Lamborghini. Dann gibt es ein paar Hersteller, die führen abseits ihres ohnehin schon einträglichen Volumengeschäfts Nischenprodukte, die das durchschnittliche Haushaltsbudget von Privatpersonen sprengten. Das 5,01 Meter lange M6 Gran Coupé ist so ein Fabrikat, das zu allem Übermaß vom Haus aus luxuriös anmutenden 6er Gran Coupé abstammt.

Von diesem übernimmt der abgeleitete M6 im Wesentlichen die Konturen des maßgeschneiderten, viertürigen, langgezogenen Coupés. Doch die Beschäftigten der BMW-eigenen Tuningschmiede M GmbH nahmen zahlreiche Veränderungen im Detail vor: Das Dach beispielsweise besteht aus karbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK). Kiemenelemente in der Seitenansicht, aerodynamisch geformte Außenspiegel und 20-Zoll-Leichtmetallräder (mit Niederquerschnittsreifen) heben das M6 Gran Coupé von der Basis ab, ebenso die vierflutige Abgasanlage. In der Nähe ist erneut CFK verbaut, und zwar in Form eines Diffusor-Einsatzes in der Heckschürze. Elegant markiert die aufgestellte Doppelniere das vordere Ende des Fahrzeugs, flankiert von serienmäßig verbauten, adaptiv arbeitenden LED-Scheinwerfern. Als Sonderausstattung weist der Testwagen außen standfeste Keramikbremsen aus.

Die hochwertige Anmutung ist auch im Innenraum ständiger Begleiter: Merino-Leder gehört zur Basisbestückung des M6 Gran Coupés. Sitzheizung ist ebenso Standard wie das Navigationssystem Professional einschließlich i­Drive-Bediensystem und Spracheingabe. Eine Vierzonen-Klimaautomatik (Option, Basis ist Zweizonen-Klimatisierung) dürfte zudem den beiden Fondgästen gefallen, die sich – normale Größe vorausgesetzt – mit der gesenkten Dachlinie anfreunden können. Den Passagieren auf dem Rücksitz gewidmet sind außerdem die aufpreispflichtigen Sonnenschutzrollos für Heckscheibe und hintere Seitenscheiben. Mit dem Bang & Olufsen-Surround-Soundsystem, gleichermaßen eine Option, konkurriert das M6 Gran Coupé mit Konzertsälen.

Wirkliche Musik in den Ohren stammt vom gestarteten und geforderten 4,4-Liter-V8-Benzinmotor, der doppelt aufgeladen mit frühzeitigem Drehmomentmaximum von 680 Newtonmetern (ab 1500 Umdrehungen/Minute) und später einsetzendem Leistungshoch von 560 PS dauerhaft von sich reden macht. Das längs eingebaute Triebwerk verhilft dem fast zwei Tonnen schweren Fünf-Meter-Riesen zu einem furiosen Sprint von null auf 100 km/h in 4,2 Sekunden. Auf zerrissenem, kurvenreichen Asphalt macht sich der Fokus auf den Hinterradantrieb aber rasch bemerkbar. Dann greift die elektronische Stabilitätskontrolle (DSC) maßvoll ein. Wobei das letzte Wort immer noch der Fahrer hat: Auf der Mittelkonsole lässt sich mit mehreren Tasten das M6-Gran-Coupé-Setup in vielerlei Hinsicht ändern: die Empfindlichkeit der Lenkung, die Dämpfer, die Gaspedalkennlinien und die Schalt­automatik der Sieben-Stufen-Doppelkupplung – sowie das Eingreifen der DSC. Wenn der Kunde außerdem das M Driver’s Package kauft, erhöht er die Höchstgeschwindigkeit des M6 Gran Coupés von 250 auf 305 km/h. Bei Ausreizen dieser Option lägen wir beim Testverbrauch allerdings weit über dem erzielten Durchschnitt von elf Litern. Doch bevor wir uns mit solchen Gedanken weiter auseinandersetzen, raten wir jetzt doch dazu, sich das Preisgefüge anzuschauen: 191.999 Euro sind für den Testwagen erforderlich, bei Verzicht auf die zuvor erwähnten Optionen erwartet sich BMW 156.000 Euro. Eine elegante Zahl, stimmig angesichts der Form des M6 Gran Coupés.

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