Pussy-Riot-Mitglied in Haft tritt in Hungerstreik

Nadeschda Tolokonnikowa ist aus Protest gegen „unmenschliche“ Haftbedingungen in den Hungerstreik getreten.

Moskau – Pussy-Riot-Mitglied Nadeschda Tolokonnikowa (23) ist aus Protest gegen „unmenschliche“ Haftbedingungen in ihrem Straflager in den Hungerstreik getreten. Dies sei „der einzig mögliche Ausweg“, schrieb die Aktivistin der kremlkritischen Punkband in einem am Montag vom Internetportal lenta.ru veröffentlichten Brief. Ein Beamter habe ihr sogar mit dem Tode gedroht.

Die Mutter einer kleinen Tochter kritisierte, die Häftlinge müssten täglich bis zu 17 Stunden Polizeiuniformen nähen. „Wir bekommen bestenfalls vier Stunden Schlaf“, betonte die seit eineinhalb Jahren inhaftierte Künstlerin.

Die Gefängnisbehörde wies die Vorwürfe strikt zurück und warf Tolokonnikowas Ehemann sowie ihrer Anwältin Erpressung vor. Die beiden hätten mit schweren Anschuldigungen gegen Beamte gedroht, sollte Tolokonnikowa nicht in eine andere Einheit verlegt werden, sagte ein Behördensprecher der Agentur Interfax.

„Das Lager soll Menschen in dumme Sklaven verwandeln, indem ihr Wille unterdrückt wird und zu Anführern bestimmte Mitgefangene sie einschüchtern“, schrieb Tolokonnikowa. Sie sitzt nach einem Protest gegen Kremlchef Wladimir Putin in der wichtigsten Moskauer Kathedrale noch bis Anfang März 2014 eine zweijährige Haftstrafe wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ ab. (APA/dpa)


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