Flexibles Beladen hinter verschönerten Fassaden

Motor: Sechszylinder-Turbodiesel...

Die modellgepflegte E-Klasse ist an den neu konzipierten Frontscheinwerfern zu erkennen, die die zuvor eingesetzten Doppelleuchten ersetzen. Der Stern im Kühlergrill steht für die Avantgarde-Ausstattung.Foto: Höscheler

Innsbruck –Über genügend Personal muss Daimler verfügen, denn der deutsche Automobilhersteller hat nahezu gleichzeitig mehrere Kraftakte vollbracht: Die Schwaben entwickelten eifrig neue Frontantriebsmodelle, vervollständigten die nächste S-Klasse-Generation – und führten bei der aktuellen E-Klasse eine umfangreiche Modellpflege durch. Die umfasst ein neues Blechkleid, den Einsatz zusätzlicher Sicherheits- und Komfortfeatures, die Aufwertung des Innenraums und die Adaptierung des Motorenprogramms.

Trotz aller Anpassungen hat die E-Klasse aber ihre wesentlichen Charakterzüge nicht verloren: einladend, hochwertig, langstreckentauglich. Mit einem Ladevolumen, das beim E 350 BlueTec 4matic von 600 bis 1855 Liter reicht, stößt das 4,91 Meter lange T-Modell auf wenig Konkurrenz. Die Rücksitzlehnen sind mit einem Handgriff umgelegt, die sich daraus ergebende Ladefläche ist eben und offen für Sperrgut.

Dafür ist sich die E-Klasse nicht zu schade, aber es käme einer Sünde gleich, den Lademeister mit Bauschutt zu behelligen. Denn der Importeur hat den Testwagen mit dem A-Edition-Paket Plus bedacht, das die Anschaffung um 4945 Euro netto teurer macht, die Qualität des Aufenthalts aber merklich erhöht: Feine Lederpolsterung und Sitzheizung, ein aktiver Parkassistent und adaptive LED-Scheinwerfer sind nennenswerte Bestandteile dieser Option. Dem Auge bekommt die Ausstattungslinie Avantgarde (2005 Euro), außen erkennbar am im Zwei-Lamellen-Kühlergrill integrierten Stern. Dem guten Bauchgefühl zuträglich ist das Sportpaket AMG (2660 Euro). Die Insassen freuen sich über die Helligkeit, die das Panoramaschiebedach (1845 Euro) zulässt. Der Fahrer mag das Memory-Paket (1305 Euro) wegen der elektrischen Verstellbarkeit des Vordersitzes.

Außerdem schätzt der Lenker die Vorzüge des Spur-Pakets (780 Euro), das zum Spurhalten anregt und vor Fahrzeugen im Toten Winkel warnt. Dort sind jedoch selten Verkehrsteilnehmer anzutreffen. Das liegt an den Möglichkeiten, die die Kombination eines Dreiliter-V6-Turbodiesels mit einer Siebenstufenautomatik und einem Allradantrieb ergeben. Die 252 ausgewiesenen Pferdestärken und das früh anliegende Drehmomentmaximum von 620 Newtonmetern machen den Zweitonner zu einem gefühlten Leichtgewicht: Nur sieben Sekunden benötigt der Kombi, um vom Stand weg von null auf 100 km/h zu beschleunigen. Auf deutschen Autobahnen ist das Ausloten der Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h möglich.

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Das komfortabel austarierte Fahrwerk hat mit diesem Tempo keine Mühe, die wachsame 4matic erweitert im Hintergrund die Traktionsreserven des E 350 BlueTec. Gelegentlich wünscht sich der Dirigent hinter dem Lenkrad ein reaktionsfreudigeres Getriebe – allerdings stehen ihm für die gewünschte Stufenwahl Schaltpaddles zur Verfügung.

Mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,9 Litern je 100 Kilometer gehören wir nach Abschluss der Testphase zu den zufriedenen E-Klasse-Fahrern. Der Testwagenbetrag in der Höhe von 95.072 Euro hält uns aber deutlich vor Augen, dass die Talentvielfalt monetäre Opfer fordert. Dabei winkte die E-Klasse in Form des T-Modells sogar schon um die Hälfte des Preises: Den 136 PS starken E 200 CDI gibt es ab 46.600 Euro. Die Ausstattung ist dann eine geringere, die Motorleistung ebenso – und der Antrieb beschränkt sich auf die Hinterachse. Die Fassade ist aber ähnlich schön und das Ladevolumen sogar noch etwas höher. (hösch)


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