Ehestreit in Kufstein mit Messer beendet

Die 25-Jährige suchte selbst das nahegelegene Krankenhaus auf. Der Ehemann, der selbst die Polizei verständigte, wurde festgenommen.

(Symbolfoto)
© TT / Thomas Böhm

Von Thomas Hörmann

Kufstein – Eifersucht: Das war vermutlich das Motiv für einen blutigen Ehestreit in Kufstein. Ein Streit, der für eine 25-Jährige auf dem Operationstisch und für ihren Ehemann in Polizeigewahrsam endete. Der 39-Jährige versuchte erst gar nicht, die Attacke mit einem Küchenmesser zu leugnen. Vielmehr war es der Verdächtige selbst, der die Polizei alarmierte und dann in der Wohnung auf seine Festnahme wartete.

Schauplatz der Auseinandersetzung war ein Wohnhaus in der Salurner Straße im Kufsteiner Ortsteil Endach. Irgendwann in der Nacht zum Montag gerieten ein 39-jähriger Nordafrikaner und seine einheimische Ehefrau in Streit. „Die Ursache war wohl Eifersucht“, sagte Lukas Ettmayer vom Landeskriminalamt.

Was dann genau geschah, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht, dass gegen 4.30 Uhr der Nordafrikaner bei der Polizei anrief und Alarm schlug. Dann wartete der 39-Jährige in der Wohnung auf seine Festnahme.

Wie die Ermittlungen bisher ergaben, hat der Ehemann die 25-Jährige im Zuge des Streits mit einem Küchenmesser attackiert. „Der Verdächtige hat dem Opfer in den Rücken gestochen“, erläuterte Ettmayer: „Die Frau erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen.“

Dennoch gelang es der Unterländerin, aus der gemeinsamen Wohnung zu flüchten. Trotz ihrer schweren Verletzungen schleppte sich die 25-Jährige zu Fuß ins etwa einen halben Kilometer entfernte Kufsteiner Spital. „Die Ärzte mussten sofort eine Notoperation durchführen“, so Ettmayer weiter: „Der Zustand der Frau gilt mittlerweile als stabil.“

Ob der Ehemann einmal oder mehrfach zugestochen hat, ist noch unklar. „Wir haben noch kein Untersuchungsergebnis vorliegen“, sagte der Kriminalist.

Der 39-Jährige hat die Messerattacke bereits bei der ersten Einvernahme zugegeben. „Ein Geständnis liegt vor“, bestätigte Ettmayer: „Wir ermitteln wegen versuchten Mordes.“ Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft hat bereits die Untersuchungshaft beantragt.

Der Verdächtige war für die Polizei bisher ein unbeschriebenes Blatt. „Mit der Nordafrikaner-Szene in Innsbruck hatte der Mann, soweit wir wissen, nichts zu tun“, sagte ein Beamter.

Auch das Eheleben des Paares war aus polizeilicher Sicht bisher unauffällig: Wenn es Streitereien gab, so wurden sie ohne Einschreiten der Exekutive beigelegt. „Wir hatten jedenfalls beim Paar in der Vergangenheit keine Einsätze.“


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